Samstag, 2. März 2019

Alleinerziehend auf Zeit - Geht das?

Von Veränderungen und Konstanten - Alleinerziehend mit drei Kindern und Ehemann 


Es war die letzte Zeit ruhig hier. Das hat unterschiedliche Gründe. Über einen davon möchte ich euch hier berichten.

Dieses Jahr wird ein Jahr der großen Veränderungen sein. Wer mich persönlich kennt, weiß, wie unser Alltag hier aussieht. Unter der Woche bin ich größtenteils alleinerziehend. Mein Mann hat einen Job, der oft erst dann wirklich stressig wird, wenn andere Feierabend machen und zu ihren Familien an den Abendbrottisch kommen. Über viele Jahre lernte ich damit zu leben und mich danach zu richten, sodass ich den Alltag auch gut alleine bewältigen konnte. Aber oft kamen Fragen meines Umfeldes wie:

"Wieso lässt du dir das von deinem Mann bieten?" 
"Du musst mehr Beteiligung einfordern. Das kann doch so nicht funktionieren?" 
"Bist du wirklich glücklich mit der Situation?"
"Er ist doch auch ein Elternteil, er muss doch die Verantwortung für seine Kinder mittragen. Warum macht er das nicht?"
etc.

Nun, wieso lasse ich mir das denn "bieten"? Bin ich wirklich so unfähig meine Bedürfnisse klar zu kommunizieren? Kann ich ihm nicht einfach vorschreiben, dass er abends zuhause zu sein hat? 
All diese Fragen habe ich mir gestellt, jedes Jahr von Neuem. Das Ergebnis fiel stets eindeutiger aus. Mit jedem Ehejahr und jedem weiteren Abend "alleine". 

Ich liebe meinen Mann über alles. Er ist mein allerbester Freund. Niemandem vertraue ich so wie ihm. Er ist die Konstante in meinem Leben, während sich in meinem Gehirn alles überschlägt. Nur mit ihm halte ich mich aus. Nur er vermag mich daran zu erinnern, wie gut ich bin, mit dem wie ich bin und was ich mache. Er ist der beste Vater für unsere Kinder, auch wenn er viel unterwegs ist. Warum? Weil er sie liebt, so wie sie sind. Ab ihrem ersten Atemzug und schon davor. Nur er bekommt dieses Glitzern in den Augen, wenn der Kleinste plötzlich zeigen kann, wo seine Augen sind. Oder wenn die Große mal wieder in Turbogeschwindigkeit eine tolle Bastelei erschafft. Oder wenn der Mittlere ihm mit Begeisterung von seinem ersten Tor beim Fußballtrainig berichtet. Nur er und ich sehen unsere Kinder mit diesen Augen. Auch dann, wenn er viele dieser Dinge nicht live erleben kann. 

Denn, was hinter den Fragen, die ich gestellt bekomme, steht stets die Annahme, dass seine Abwesenheit auf absoluter, eigener und egoistischer Entscheidung fußt. Aber wer kann, in dieser kostenintensiven Zeit mit drei Kindern denn noch freiwillig entscheiden, ob er arbeiten geht oder nicht? Ich kenne niemanden. 

Nun, dann könnte ich doch von meinem Mann wenigstens erwarten, dass er einen Job sucht, bei dem er nicht diese Dauerpräsenz leisten muss, oder? 
Kann ich das wirklich? 

Meine Antwort auf diese Frage ist ein klares "NEIN"! Mein Mann macht den Job, den er liebt. Den Job, der es ihn ertragen lässt, von seiner Familie so viel getrennt zu sein, um unser gemeinsames Leben zu finanzieren. Den Job, auf den er schon seit Kinderjahren hingearbeitet hat. Wer bin ich, dass ich das von ihm fordern könnte. 

In unseren Ringen stehen weder Name noch Hochzeitsdatum, sondern nur ein Liedvers, der unsere Beziehung auf unvergleichliche Weise zusammenfasst. Zusammengefasst bedeutet er, dass es mir nur gut geht, wenn es ihm gut geht. As simple as that. Denn so ist es. Hat mein Mann einen schlechten Tag, fühle ich mit ihm. Leide ich mit ihm, auf die ein oder andere Weise. Wir sind verbunden. Ich ertrage es nicht, ihn unglücklich zu sehen. Und genau das ist auch genau richtig so. Nicht umsonst liebe ich ihn mit jeder Faser meines Körpers. Genau so wie er ist. 

*

Daher nochmal die Frage: Kann ich an diesem Punkt solche Forderungen an ihn stellen?

Könnte ich! Aber ich will es nicht. Ich bin gern Mutter. Und zum ersten Mal kann ich einfach zuhause bleiben und meine Kinder auf ihrem Weg aktiv begleiten. Mein Mann trägt meinen Wunsch dahingehend mit, dass er arbeiten geht, um ausreichend Geld für unser Leben, so wie es ist, bereit zu stellen. Im Gegenzug halte ich ihm den Rücken frei, um ihm die Möglichkeit zu geben, den Job zu machen, der ihn glücklich macht. So gesehen eine Win-Win-Situation. 

Dass es nicht immer einfach für alle Beteiligten ist, muss glaube ich nicht wirklich offenbart werden. Natürlich fehlt mir mein Mann oft. Natürlich fehlt er den Kinder. Natürlich wären wir gern reich, ohne etwas dafür tun zu müssen. Aber wir sind es nicht. 

Dieses Jahr kommt eine neue Herausforderung für uns. Mein Mann wird mehr als die Hälfte der Woche komplett weg sein. Und ich mit den Kindern allein zuhause. 

Ich bin gespannt darauf, wie es uns damit gehen wird. Darauf, wie ich es meistern werde. Darauf, wie es meinem Mann damit gehen wird. Darauf, wie wir uns als Familie verändern. Darauf, wie wir uns als Paar entwickeln. Darauf, wie die Kinder mit der Situation zurechtkommen. Auf so viele Aspekte schaue ich voller Spannung. 

Aber auf der anderen Seite freue ich mich für und mit meinem Mann, noch mehr in einem Bereich arbeiten zu können, der ihm Freude bereitet. Der die Trennung von uns tragbar macht. 

Ich unterstütze ihn auf seinem Weg und hoffe, dass die Menschen um uns rum, zuerst denken und dann sprechen. Denn beurteilen kann das niemand außer uns. 

Eure Tanja

Hinterlasst mir gern eure Gedanken und Erfahrungen zu dem Thema. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen andere Familien damit gemacht haben und wie es euer Leben als Familie geprägt hat. 

Dienstag, 12. Februar 2019

Was mach' ich nur mit euch?

Krankheit-Survival-Kit


Inzwischen hat es bestimmt jeder schon mitbekommen: 
Wir sind dauerkrank die letzten zwei Monate!!! 

In den Ferien gestaltete sich das mit zwei Elternteilen, die sich zwischen gesunden und kranken, bzw. kranken und kranken Kindern aufteilen konnten, noch recht einfach. Jetzt sitze ich die dritte Woche mit wahlweise einem, zwei oder drei kranken Kindern zuhause. Denke langsam darüber nach den Kinderärzten eine Freundschaftsanfrage auf Facebook zu schicken und gerate immer mehr in Aktionsnot. Nicht dass ich ein Bedürfnis nach Action hätte, nein, weit gefehlt. Meine Kinder haben kein Bedürfnis nach Ruhe, egal was das Fieberthermometer anzeigt. Also habe ich tief in der Trickkiste gegraben und meine top Favoriten an Beschäftigung mit kranken Kindern herausgegraben.

No. 1: Vorlesen 

Ach ne, werden jetzt viele sagen. Aber tatsächlich vergisst man manchmal die einfachsten Sachen, wenn man wochenlang zuhause eingesperrt ist, Während sich die Berge an Taschentüchern um einen rum häufen. 

Ich habe mir angewöhnt, Bücher, die ich in Notfällen wie diesen brauche, nicht frei zugänglich zu lagern, sondern erst auszupacken, wenn was neues her muss, was die Patienten wirklich fesselt und sie dazu bringt liegen zu bleiben. Neben Büchern habe ich mich außerdem die Onleihe-App auf meinem Handy installiert, sodass ich, bei leerem Präsenzbestand, auf viele viele aktuelle Bücher zurückgreifen kann. 

No. 2: Fenster bemalen

Einer der besten Anschaffungen ever waren Stifte, mit denen man auf die Fensterscheiben malen kann. Wir haben uns damals für die Staedler Buddys entschieden, weil man damit - wie der Name schon verrät - unterschiedliche Dinge tun kann. 

Seit wir die Fenstermalerei eingeführt haben, haben wir eigentlich beinahe durchgängig ein saisonal gestaltetes Fenster im Wohnzimmer, das auch unseren Nachbarn gut gefällt und auf welches wir immer wieder angesprochen werden. Außerdem schaffe ich es so, dass auch die Mal-Muffel unter meinen Kindern mal einen Stift in die Nehmen und etwas malen. Auf Fenster malen fühlt sich für sie immer noch nach etwas Verbotenem an, weil es in vielen Haushalten ein absolutes Tabu ist, auf etwas anderes zu malen als Papier. (An alle in den Großstädten: Ja, das ist tatsächlich in Oberschwaben noch weit verbreitet!)

Meine Kinder lieben es und es stimmt sie zudem auf die kommende Saison ein, sodass wir beim Malen oft auch Pläne für die nächsten Monate schmieden. 

No. 3: Verkleiden (oder wie ich es nennen würde: Bad Taste-Party)

Unsere Kinder lieben es, wie wohl viele andere auch, sich zu verkleiden. Neben der Verkleidungskiste, in der vornehmlich klassische Kostüme stecken, wie Indianer, Pirat, Pippi Langstrumpf oder Polizist, nehmen sie hierfür auch gern Mamas oder Papas Klamotten zur Hand. Durch die wildesten Kombinationen wird es irgendwann sehr lustig und es wird viel gekichert. 

Verkleiden hat für mich gleich zwei Vorteile: 

Erstens schaffen es Kinder beim Verkleiden aus ihrer Familien-Rolle auszusteigen und eine neue, vielleicht ganz andere Rolle als ihre gewohnte zu spielen. Dadurch machen sie viele Erfahrungen mit dem Einfluss von Verhaltensweisen. Bin wild und furchtlos als Pirat unterwegs, obwohl ich sonst eher schüchtern und ängstlich bin, lerne ich mich von einer neuen Seite kennen und wachse auch mal im wahren Leben über mich hinaus. 

Zweitens regt es die Fantasie an. Wie kann man einen Indianer und einen modernen Polizisten unter einen Hut bringen? Welches Szenario muss zugrunde liegen, damit diese beiden sich begegnen können? Unsere Kinder finden hierfür oft die wildesten Lösungen. Es macht viel Spaß ihnen zuzuschauen oder als Komparse mitzuspielen. Eine tragende Rolle wird mir selten zugetraut. 

No. 4: Runterkommen mit Knetsand und Salzteig

Wenn es mir zu wild wird und ich merke, dass die Akkus der Kinder bald leer sind, versuche ich die Kurve zu einer ruhigen Tätigkeit zu finden. Gern nehme ich dafür Aktivitäten für die Hände, sodass der restliche Körper zur Ruhe kommen kann. 

Knetsand ist vor allem für mich eine absolut meditative Beschäftigung, da er so locker und fein durch die Hände rieselt, während er kurz vorher noch eine feste Kugel war. Diese wechselnden Eigenschaften machen den Knetsand so faszinierend und beruhigend zugleich. Man kann damit perfekte Förmchen machen oder einfach darin Rumkneten ohne besonderes Ziel. 
Knetsand kann man kaufen oder auch selbst machen. Wir haben gekauften Knetsand, wobei ich keine Ahnung mehr habe, welchen wir damals gekauft haben. Genausogut kann man sich aber auch Knetsand zuhause selbst herstellen. Die meisten Dinge dafür hat man eh zuhause. Da ich nicht das Rad neu erfinden muss, verweise ich an dieser Stelle auf eine tolle Übersicht mit Knetsachen jeglicher Art, die von "Dem gewünschtesten Wunschkind-Blog" zusammengestellt wurde (Falls ihr diesen Blog noch nicht kennt, kann ich ihn euch in jeglicher Hinsicht ans Herz legen).

No. 5: Videos drehen

Das ist hier die neueste Aktivität an Regen- und Krankheitstagen. Die Kinder schnappen sich wahlweise ein ausrangiertes Handy oder das Tablet und filmen sich gegenseitig oder gemeinsam beim Rollenspiel, Lieder singen oder Quatsch machen. 

Fakt, es wird dabei so gut wie nie gestritten. Sie arbeiten super als Team zusammen und verbringen mindestens 2 Stunden mit dieser Aktivität. Daher für mich eine absolute Erleichterung an sich wie Kaugummi ziehenden Tagen, an denen auch mir mal die Puste ausgeht oder ich mal 5 Minuten für einen Kaffee brauche. 

Der positive Nebeneffekt, den wir jetzt beim Durchschauen von Fotos und Videos am Wochenende feststellten, war, dass wir so viele lustige und schöne Fotos und Videos von der Kindern haben, von denen wir nichts wussten und auf denen sie so herrlich unverstellt sind. Ich finde, es lohnt sich es auszuprobieren! 

No. 6: Last but not least: Open-Bed Kino

Wenn gar nichts geht und es im schlimmsten Fall auch uns als Eltern erwischt hat, verlegen wir gern das Lazarett in Familienbett, wo dann alle aneinandergekuschelt reinpassen. Dazu kommt mein Laptop auf einen Stuhl und wir schauen einen schönen Familienfilm an. 

Was mir wichtig ist am Fernsehen bei Krankheit ist, dass meine Kinder nicht stundenlang alleine vor dem Fernseher oder Tablet oder PC sitzen, sondern wir Erwachsenen mit ihnen schauen. Zum einen habe ich kein gutes Gefühl meine Kinder zu "parken", zum anderen finde ich kann man auch so etwas mit den Kindern machen. Und sie sind mit den Eindrücken nicht so allein auf sich gestellt. 


Welche Tipps habt ihr für lange Krankheitsphasen? Womit beschäftigt ihr eure Kinder, wenn ihr oder sie krank sind? Ich bin immer dankbar für neue Ideen, die ich in mein Repertoire aufnehmen kann. 

Auf eine baldige Genesung. Aller. 

Eure Tanja




Sonntag, 3. Februar 2019

Wenn der Winter nervt...

Ich liebe den Winter! Wirklich. Ich liebe Schnee, ich liebe trockene Kälte, Schneemänner bauen, Schlitten fahren, Schlittschuh laufen, all das Zeug, was man im Sommer nicht hat oder machen kann. Die Stille, wenn die erste Schneedecke alle Geräusche dämpft. Ich warte jedes Jahr auf den ersten Schnee. Den Geruch, der schon Tage vorher in der Luft hängt. So auch letztes Jahr, bzw. dieses Jahr. 

Schlitten fahren in der Eifel


ABER.... Dieses Jahr nervt der Winter. Warum?
Weil er perfekt ist. Es schneit so oft. Es ist kalt. Der See in zugefroren. Man kann Schlitten fahren gehen. Und jede Woche einen neuen Schneemann bauen. Und was machen wir? 

NICHTS! Wir liegen abwechselnd mit Fieber, Husten, Schnupfen, etc. im Bett und schauen uns die ganzen wundervollen Schneemassen nur von drinnen aus an. Denn wenn einer wieder gesund ist, ist der andere krank, sodass wir wieder nicht alle zusammen in den Schnee raus können. Oder Schlittschuh fahren. 

Nächstes Jahr wieder...


Dieses Jahr frustriert mich der Winter über alle Maßen. Ich kann nicht mehr. Ich möchte wieder Wärme, gesunde Kinder, Sonnenschein, kurze Hosen und Schwimmbadbesuche. 
Stattdessen sitze ich zuhause und versuche im Wechsel irgendein Kind vom Kräutertee und warmen Socken zu überzeugen. 

So, für heute genug gejammert! Nächste Woche wird bestimmt besser. Wenn die zwei fiebernden Kindern wieder gesund sind. Ab dann gibt es Isolationshaft. So können sie sich wenigstens nicht gegenseitig anstecken. 

Auf eine gute Woche,

Eure Tanja

Montag, 28. Januar 2019

Fremdbetreuung - Fluch oder Segen? Oder beides?

Krippe, Kita, Kindergarten, Elterinitiative und Co. - Wem bringt das was? Und brauche ich das? 

Als unser erstes Kind auf die Welt kam, stand der Plan für die nächsten Jahre, was die Betreuung anbetraf schon fest. Ich, mitten im Studium, mein Freund (damals hatte ich noch einen eigenen Nachnamen) war am Ende seiner Ausbildung. Wir waren uns einig, dass es für uns die Notwendigkeit gab, unsere Tochter betreuen zu lassen, damit wir beide unsere Ausbildung zu Ende bringen konnten und sie bei meinem Arbeitseintritt schon aus dem Gröbsten raus sein würde. Alles optimal. Oder? 

Das war es tatsächlich. Nachdem ich unsere Tochter für die Uni-Krippe, in die sie ab ihrem ersten Geburtstag gehen sollte, angemeldet hatte, mussten wir erstmal ernüchtert feststellen, dass es gar nicht so einfach war, einen Platz zu bekommen. Wir suchten also nach einer Übergangslösung bis zum Krippenstart. Diese fanden wir dann mit etwas Glück auch in Form einer großartigen, empathischen Tagesmutter, die noch ein Plätzchen für unsere Tochter frei hatte. Alle Ampeln standen auf Grün. 

Alle bis auf die Wichtigste. Die unserer Tochter. Nie hätte ich bei ihr gedacht, dass sie sich schwer tun könnte. Sie war ein dauerfröhliches, offenes Kind, dass gern von anderen Kindern umgeben war und sich immer wie ein Schnitzelchen freute, wenn wir was unternahmen. Je mehr Action, desto besser. Schneller, höher, besser. Das hat sich bis heute nicht geändert. Doch dann kam das ABER... Groß und beinahe unüberwindbar... 

Trotz einer langsamen und sehr sehr sanften Eingewöhnung, weinte meine Tochter auch nach zwei Wochen bitterliche Tränen, wenn ich ging. Ich fing langsam an, unseren Plan anzuzweifeln. Wie konnte das alles richtig sein, wenn es sich so unsagbar falsch anfühlte. Sie weinte und ich auch. Doch dann kam der Tag der Tage. Die Tagesmutter öffnete nach einer einstündigen Trennung die Tür, selbst ein bisschen Glitzern in den Augen und sagte mir, dass unsere Tochter sich ihr zugewandt hatte und sich hatte trösten und begleiten lassen. Sie war sogar beim Schaukeln in einer großen Schiffsschaukel im Betreuungsraum einfach so eingeschlafen. Ich konnte es nicht glauben. Ab da ging meine Tochter mit einer Selbstverständlichkeit zur Tagesmutter. Keiner hatte sie gebrochen, sie musste nie länger weinen. Immer waren die Tagesmutter und ich in engem Kontakt. Ich war glücklich. Und traurig. Ich habe sie vermisst, aber auch die Zeit an der Uni sehr genossen. 



*

Nach einiger Zeit konnte unsere Tochter dann in die Krippe der Uni wechseln, wo sich unsere "Erfolgsstory" fortsetzte. Ich war begeistert von dem empathischen und fürsorglichen Umgang der Erzieherinnen mit den Kindern. Jedes Kind wurde für sich genommen und so individuell behandelt. Unsere Tochter durfte die ersten Monate in einem selbst mitgebrachten Kinderwagen ihren Mittagsschlaf halten. Dann war sie bereit mit den anderen Kindern gemeinsam den Mittagsschlaf abzuhalten. Alles in ihrem Tempo, nach ihren Bedürfnissen. Trotz dessen, dass ich einen Ganztagesplatz hatte, war es mir aber wichtig, so viel Zeit wie möglich mit unserer Tochter zu verbringen. So holte ich sie immer direkt nach dem letztem Seminar des Tages, selten später als 3 Uhr ab. Ich habe ungeachtet der wirklich tollen Betreuung unseres Kindes nicht nur positives Feedback meiner Freunde und meiner Familie geerntet. Da fielen auch Sätze wie: "Du hast doch keine Ahnung von deinem Kind, wenn du es jeden Tag stundenlang abschiebst." oder "Also meinem Kind könnte ich das nicht antun. Aber bei dir ist das ja was anderes." 

Nun, ist es das? Habe ich mein Kind abgeschoben? Habe ich meine Bedürfnisse über die meines unmündigen Kindes gestellt? War ich vielleicht einfach zu wenig einfühlsam, um die Not meines Kindes zu sehen? 

Ich würde sagen: Nein! Ich habe immer geschaut, dass es unserer Tochter gut ging. Nie, und ich meine das mit reinstem Gewissen, nie habe ich sie weinend in der Krippe gelassen und bin gegangen. Sie gab immer das Tempo an. Die Verabschiedung unterlag stets ihrem Reglement. 

Aber ich würde auf diese Fragen auch ja sagen. Denn nach einer wundervollen Krippenzeit wechselte unsere Tochter in einen ländlich gelegenen Kindergarten, bei dem ich, naiv und verwöhnt wie ich war, davon ausging, dass er dieselben Maßstäbe an die Betreuung legte, wie die bisherigen Einrichtungen. Tja, Pustekuchen! 
Die Eingewöhnung war, nett gesagt miserabel. Nicht nur einmal ging ich mit einem mulmigen Gefühl. Innerlich immer noch daran glaubend, dass es meinem Kind hier gut ginge. Das Glück unserer Tochter in dieser Einrichtung war, dass die Erzieherin und gleichzeitig Leitung sie mochte. Sie mochte ihre aufgeweckte Art, dass sie clever war und dass sie süß war. Allein diese Tatsache hat uns 1,5 Jahre in dieser Einrichtung überleben lassen. Denn eine andere Einrichtung gab es nicht und mein Studium konnte ich wegen der Fristen nicht länger nach hinten rausschieben. Irgendwann kam der Punkt, an dem für unsere Tochter die Verhältnisse, die nie sie persönlich negativ betrafen, untragbar wurden. Sie konnte es nicht ertragen, dass andere Kinder vor die Tür gesetzt wurden, geschimpft wurden und zum Teil BE-schimpft wurden. Gleichzeitig war sie noch zu klein, um mir das mitzuteilen. Ich merkte nur, wie ihre kleine Seele trauriger und trauriger wurde. Bis sie nicht noch mehr ertragen konnte. Doch all diese Vorfälle waren mir damals nicht bekannt. Alle anderen Eltern sagten nur Sachen wie: "Ach, da müssen sie durch!" oder "Was nicht tötet, härtet ab!" oder "Man muss auch mal mit Widerständen zurechtkommen, sonst kriegt man am Ende nur so verweichlichte Bratzen raus."


*

Ich zog also die Reißleine. Setzte alles in Bewegung was ging und meldete meine Tochter wieder in der Universitätsstadt, 30km von uns entfernt in einem anderen Kindergarten des Studentenwerks an. In der Zwischenzeit hatte sie einen Bruder bekommen, der ebenfalls mit einem Jahr in der Uni in die Krippe ging und dort wie auch sie damals sehr glücklich war. Nachdem ich mich durch die bürokratischen Hürden gekämpft hatte, mir abfällige Sprüche über meine Kompetenzen als Mutter auf dem Dorfspielplatz anhören durfte und die ein oder andere Nacht über der Entscheidung, mein Kind wieder wechseln zu lassen, verweint hatte, ging mein Kind in den neuen Kindergarten. Jeden Morgen fuhr ich also 30 km mit zwei Kindern, die in unterschiedliche Einrichtungen gingen und am späten Mittag fuhr ich dasselbe wieder zurück, damit meine Kinder nicht den Anschluss im Ort verloren und ihre Freund sehen konnten. 
Nach und nach lernte unsere Tochter, dass dieser Kindergarten ganz anders funktioniert. Sie wurde gleichwürdig behandelt, ihre Bedürfnisse wurden respektiert, sie durfte sich so zeigen, wie sie war, etc. Im gleichen Atemzug begann sie mir zu erzählen, was sie bisher erfolgreich verdrängt hatte. Sie erzählte mir, dass sie im alten Kindergarten nicht entscheiden durfte, wie viel sie von ihrem Vesper essen möchte, denn: "Alles, was du mir der Hand berührst, musst du auch aufessen!", sie erzählte auch von dem Umgangston, der dort vorherrschte und sie legte nach und nach ihre Verteidigungshaltung ab, die sie bei jeder Frage, bei der es um Verantwortlichkeiten ging, mit: "Das war ich nicht!" beantwortete. Hysterisch und ängstlich. 
Jetzt erst wurde ich mir der Tragweite dieser Zeit im dem alten Kindergarten bewusst. Sie hatte so viel erleiden müssen, still und heimlich. Sie machte alles mit sich selbst aus. Dass sie so ein Typ ist, wusste ich schon vorher. Das hat sie wohl von mir. Und jetzt konnte sie das alles loslassen. Der neue Kindergarten versöhnte sie mit dieser Vergangenheit, diesen Erfahrungen und überdeckte die schlechten Erfahrungen mit neuen tollen Erlebnissen, Freunden und Stunden. Bis zur Schule ging sie in diesen Kindergarten und auch unser Sohn folgte ihr dorthin und war selig. 

Hand in Hand in eine tolle Kita


Inzwischen wohnen wir wieder an einem anderen Ort. Unser Sohn musste leider auch die Erfahrung machen, dass nicht jeder Kindergarten gut ist. Denn auch ich habe was neues gelernt. Eine gute Leitung macht keinen guten Kindergarten, wenn einzelne Erzieherinnen ihre Philosophie nicht mittragen. Und so meldete ich ihn wieder ab. Er blieb 7 Monate bei mir zuhause. Wir lernten unser neues Zuhause und den neuen Ort kennen, die Tochter fühlte sich in der Schule ganz wohl und mit inzwischen drei Kindern schwor ich mir abermals: "Niemals werde ich eines meiner Kinder nochmal einer schlechten Einrichtung aussetzen!"

Ich halte dieses Versprechen. Inzwischen geht meine Sohn wieder mit Begeisterung in den Kindergarten, ist stolzer Vorschüler und findet endlich erste Freunde im neuen Wohnort. Die schlechten Erinnerungen bleiben aber. Bei uns allen. 


*

Um nochmal die Frage zu stellen: Ist Fremdbetreuung jetzt Fluch oder Segen? 

Inzwischen beantworte ich diese Frage für mich so:
Fremdbetreuung kann ein großer Segen sein. Vor allem für Familien, die keine Hilfe von der Verwandtschaft haben oder auf jeden Cent angewiesen sind. Hier sollte man als Außenstehender immer sehr vorsichtig mit Urteilen sein. 
Oder man hat sich die Zeit mit Baby und Kleinkind vor der Geburt komplett anders vorgestellt, als sie es dann tatsächlich ist. Man hat das Gefühl einem fällt die Decke auf den Kopf, man vermisst die Selbstbestimmung und die Zeit, um sich geistig fit zu halten. All das sind, auch wenn nicht für alle nachvollziehbar, absolut akzeptable und gute Gründe, um sein Kind in Betreuung zu geben. Denn eines habe ich in den letzten 8 Jahren immer wieder lernen müssen: Nur Eltern, die sich auch um sich selbst und ihre Bedürfnisse kümmern, können ihrem Kind all das geben, was es  braucht. 

Aber Fremdbetreuung kann auch ein Fluch sein. Wenn Kinderbetreuung durch äußere Zwänge begründet ist, also wenn das persönliche Umfeld Mütter und Väter unter Druck setzt, ihr Kind frühzeitig oder überhaupt in Betreuung zu geben. Wenn es keine guten Einrichtungen in der Nähe gibt und die Eltern auf eine Betreuung angewiesen sind, weil nun mal beide arbeiten müssen. Oder wenn man alleinerziehend ist und keine familiäre Unterstützung hat, aber eigentlich viel lieber mit dem/den Kind(ern) zuhause bleiben würde. 

So viele Gründe es für oder gegen eine Betreuung gibt, so viele individuelle Hintergründe gibt es, warum Eltern diese in Anspruch nehmen oder auch nicht. Wichtig ist, nie zu vergessen, dass man nur seine eigene Geschichte kennt und nicht beurteilen kann, warum andere Eltern es anders machen. Daher gilt für mich an erster Stelle der Respekt vor der Entscheidung aller Eltern in diesem Thema. Woher soll ich wissen, ob die Nachbarskinder zuhause oder in der Kita besser aufgehoben sind? Ich kann es nicht und daher enthalte ich mich jeglichen Urteils. 

Auch den Erzieherinnen und Erziehern gegenüber ist es oft mehr als unfair, alle Einrichtungen und das dazugehörige Personal über einen Kamm scherend zu verteufeln. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern ganz viel dazwischen. 

In dem Sinne,

Leben und leben lassen. 

Eure Tanja

Mittwoch, 23. Januar 2019

Unser Schweden-Abenteuer - Teil 5

Auf zur letzten Etappe

Nach einer schier unendlich scheinenden Episode von Erkrankungen in unserer Familie, habe ich endlich die Möglichkeit meinen letzten Artikel zu unserer Schweden-Reise zu verfassen. Mit etwas Wehmut beende ich auch das Schreiben über dieses Erlebnis, denn nun scheint es endgültig zu Ende zu sein. Ein Trost bleibt... Die nächste Reise ist schon im Planung. 

*


Die Stadt Gävle entließ uns mit einem wohligen Gefühl. Wir hatten uns dort unglaublich wohl gefühlt. Es war genau die richtige Mischung aus Kultur und Natur. Toben und Lernen im Gleichgewicht. 


Ein paar Stationen standen uns noch bevor. Zunächst ging es jedoch nochmal für ein paar Tage auf einen ruhig gelegenen Campingplatz, auf dem wir einfach ein paar Tage verbringen wollten, ohne gleich weiterzufahren. Unser Sohn sollte seinen fünften Geburtstag nicht auf der Straß verbringen. Die Wahl fiel auf Mariefreds Camping. Ein kleiner Campingplatz am Rande des Stockholmer Schärengebietes. In der gleichen Buch liegt auch das Gripsholms Slott, eines der Schlösser der schwedischen Königsfamilie. Vom Strand des Campingplatzes hat man einen schönen Blick auf den beeindruckenden Bau. 

Mariefreds Camping Badestelle

Das Wetter spielte auch hier nicht richtig mit, sodass wir das Baden für diese Reise langsam ad acta legten. Zumal die Schären deutlich kälter sind als abgeschlossene Gewässer. Zur Feier seines großen Tages wünschte sich das nunmehr offizielle Vorschulkind Grillen am Lagerfeuer mit Stockbrot und Würstchen. Also besorgten wir Kohle, Hefe und Mehl. Dann konnte es schon losgehen. Leider fing es, als die Glut am besten war und wir gerade auflegen wollten, an zu regnen. Unbeeindruckt davon, in Regenjacken verpackt, wurde weiterhin Stockbrot gegrillt und Würstchen gefuttert. 
Als der Regen nachließ stand als krönender Abschluss noch eine Partie Minigolf auf dem Programm. Ein rundum gelungener Geburtstag fand unser großer Sohn. 

Stockbrot ist das Beste

Nach insgesamt drei Nächten auf dem Campingplatz, in denen wir wieder Wäsche wuschen, die Kinder Freundschaften knüpften und viel Zeit beim Spielen verbrachten, reisten wir weiter zu den letzten Attraktionen, die wir unbedingt noch besuchen wollten. 

*

Auf dem Weg nach Söderköping, unserem nächsten Ziel, machten wir kleinen Nachmittagsausflugs-Stopp in Julita Gård, wo wir das Zuhause von Pettson und Findus (auf Schwedisch heißt er nämlich nicht Petterson) besuchten. Aber dieses Freilichtmuseum hat viel mehr zu bieten, als nur dieses von Kindern geliebte Duo. Neben einem großen Garten mit unzähligen alten Apfelsorten, einem Imker, dem man bei der Arbeit zusehen kann und einem Bauerhof, auf dem man einerseits Tiere, andererseits die Geschichte der schwedischen Landwirtschaft anhand von Exponaten (Traktoren, Nachbauten von historischen Höfen, Werkzeuge zur Ernte, etc.) betrachten kann, gibt es dort auch ein großes Areal, auf dem historische restaurierte Gebäude begangen und angeschaut werden können. Die Kinden fanden es toll zu sehen, wie klein die Häuser damals waren und wie klein die Betten der Erwachsenen waren. Es war spannend die parallelen zu Deutschland zu sehen, aber auch die Unterschiede, die sich offenbarten. 

Pettersons Hof

Zuletzt, nach einem 3 Stündigen Erkunden des gesamten Parks, ging es zu Findus Spielscheune, die hinter einem kleinen romantisch eingerichteten Café liegt. Während wir einen Kaffee tranken und dem Baby bei Hochziehversuchen zuschauten, kicherte und lachte es aus der Scheune, in der gerade nur unsere Kinder drin waren. Neben Kostümen gibt es dort auch einen Maltisch, Spiele und einen Einkaufsladen, der bespielt werden kann. Es war ein richtig schöner sonniger Nachmittag, den alle genießen konnten. 

Findus Toilette - Pure Faszination
Am Abend erreichten wir müde, aber ziemlich zufrieden Söderköping, wo wir uns auf dem Stellplatz am Götakanal häuslich einrichteten, um an nächsten Tag in die bekannteste Eisdiele Schwedens zu gehen. Berüht ist diese Eisdiele wegen der unzähligen Sorten Eis und den bombastischen Eisbechern, die dort angeboten werden. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. 

Da selbst für uns Eis zum Frühstück ein bisschen zuviel des Guten war, haben wir uns am Vormittag des nächsten Tages erstmal die Stadt selbst angeschaut. Söderköping ist ein nettes Städchen, das vor allem durch den Götakanal teils recht touristisch ist. Dies aber vorwiegend entlang des Götakanals. Im Gästehafen ist das Servicehaus beherbergt, das auch von den Wohnmobilern genutzt werden kann. Besonders die Promenade hat uns mit den kleinen Cafés und Shops gut gefallen. Aber auch die Innenstadt ist sehr gemütlich, alles ist klein und unaufgeregt. Uns hat es dort gefallen. 

Die Eisdiele war aber natürlich der Höhepunkt des Tages. Denn zum "Mittagessen" gab es einen legendär großen Eisbecher für alle, die sich einen zutrauten. In weiser Voraussicht wählte unser großes Kind nur einen Kinderbecher mit drei Kugeln. Hätte sie nur ihre Weisheit mit mir geteilt. Denn von allen anderen, die sich einen "normalen" Eisbecher bestellt hatten, bezwang nur mein Mann seinen in Gänze. Der mittlere und ich kapitulierten nach der Hälfte und gingen gesenkten Hauptes aus dem Café. 

Trotzdem war es ein Erlebnis für alle. Die Eisbecher waren wunderschön angerichtet und schmeckten sehr sehr lecker. Den Zucker- und Eisschock akzeptiert man bei der Bestellung. Und anstatt Blumen sprechen zu lassen, lasse ich einfach die Bilder sprechen...

Gigantische Eisbecher und Kalorienverbrennung danach

*

Auf dem Weg Richtung Göteborg, unserer letzten großen Station, lag eine unserer Hauptattraktionen, die Astrid Lindgrends Värld. Angesichts der Preise und dem noch teils lückenhaften Wissen unserer Kinder um all die vielen Geschichten, die diese unglaubliche Frau geschrieben hat, haben wir uns entschlossen, uns den Park in der Nebensaison anzuschauen.  Doch zunächst checkten wir auf dem Campingplatz in Vimmerby ein. Man merkte recht schnell, dass der Platz sich den Hype um Astrid Lindgren zu Nutze macht und auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist. Wirklich gemütlich fand ich ihn nicht. Es gibt ein recht großes Sanitärgebäude, in dem WC, Duschen und eine große Gemeinschaftsküche untergebracht war. 
Der See Nossen, an dem der Campingplatz liegt, ist sehr schön und ich denke, man kann dort gut baden gehen, wenn es denn warm ist. 

Der Nossen im Sonnenlicht

Nach einer Übernachtung ging es dann zum Freizeitpark, der trotz Nebensaison gut besucht war, jedoch verlief es sich auf dem großflächigen Gelände so gut, dass es nirgends größere Menschenansammlungen gab. 
Nach dem Eingangsbereich, in dem vor allem Geschäfte angesiedelt sind, kann man nach und nach die Welt der Figuren der Astrid Lindgren entdecken. Als erstes schauten wir uns Junibacken an: Madickens Zuhause. Ein liebevoller Nachbau in Kindergröße inklusive Steg und Fluss. Auf dem Steg stehend rätselten wir mit den Kinden, an welcher Stelle wohl dieser tiefe Graben ist, in dem Madita und Lisbeth beinahe ertrunken wären, wäre nicht Abbe, der Nachbarssohn gewesen, der die beiden rausgezogen hätte. 
Auch Pippis Anwesen, das Dorf und die Burg der Brüder Löwenherz und der Bereich, der Ronja gewidmet ist, hat uns riesig gefallen. Es war ein Erlebnis, alles in Ruhe ohne Menschengewimmel erkunden zu können. 

So viel zu entdecken...

Aber leider gab es auch Sachen, die wir nicht ganz so schön gestaltet fanden. Vor allem Bullerbü. Es war sehr klein, ohne die vielen schönen Details, die man aus den Büchern kennt. Weder die Schnur, an der sich die Mädchen Post schickten, noch die Große Eiche, über die die Jungs zueinander kletterten ist hier berücksichtigt worden. Ohne Schild hätten wir es kaum wiedererkannt. 

Insgesamt gesehen, war es sehr schön, in die Welten der Figuren Astrid Lindgrens eintauchen zu können. Wir werden es sicher noch einmal zur Hauptsaison besuchen, um die vielen Vorführungen zu sehen und auch in das ein oder andere Haus hineingehen zu können, das während der Nebensaison geschlossen ist. Empfehlenswert finde ich den Park jedoch erst für Kinder ab mindestens drei. Vorher ist es, meiner Meinung nach, noch zu früh, da vor allem auch viele Kletterbereiche, Rutschen, etc. pp. eher für größere Kinder geeignet sind. 


*

Zuletzt ging es nach Göteborg, wo wir noch einmal ein bisschen den Charme dieser wirklich wunderschönen Großstadt genießen wollten. Auch ein wenig wehmütiges Erinnern an das letzte Mal mit damals nur zwei Kindern im Alter von 3 und 1 trieb uns nach Göteborg. Damals hatten wir auch einen Tagestrip dorthin gemacht und den wunderschönen Slottskogen mit seinem riesigen Spielplatz Plikta  für uns entdeckt. Gern hätten wir auch dieses Mal eine größere Runde durch den Park gedreht, da er noch so viel mehr als nur diesen Spielplatz bietet, aber leider hatten wir weniger Zeit und mussten zwei Programmpunkte an einem Tag miteinander vereinbaren. 

Slottskogen und Universeum

Der erste Programmpunkt war der Besuch des Universeums, einem sehr großen Museum, das neben unterschiedlichen wissenschaftlichen Ausstellungen, die für die Kinden ganz viele Aktivitäten bieten, auch einen kleinen Regenwald und einen großen Aquariumbereich einschließt. Wie der Name ja schon vermuten lässt, ist es der Versuch, ein universelles Museum zu bieten, das möglichst viele Themen unter einem Dach vereint. Dies ist unserer Meinung nach mehr als gelungen. 

Die Kinder konnten sehr viel selbständig erkunden und ausprobieren, wir Erwachsenen haben noch einiges dazugelernt und konnten wirklich entspannt mit den Kindern das Museum durchlaufen. Es ist einfach perfekt auf Familien mit Kindern jedes Alters eingerichtet. 
Das absolut beste Erlebnis für unserer Beiden war jedoch der Mint-Bereich, in dem, nach dem Absolvieren von 5 Aufgaben, die Möglichkeit bestand, mit Hilfe der Mitarbeiter, einen kleinen Ball oder Marienkäfer zu programmieren, und einen Parcours abfahren, bzw. ablaufen zu lassen. Während ich mit unserer Tochter als Team arbeitete, taten sich Vater und Sohn zusammen und hatten viel Spaß. 

Das Universeum steht für uns das nächste Mal wieder ganz oben auf der To-Do-Liste für Göteborg. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Die Preise sind zwar nicht unbedingt niedrig, aber wenn man es mit einem Zooeintritt in Deutschland vergleicht, befinden man sich ca. auf demselben Niveau. Dafür wird einem aber deutlich mehr geboten. 

*

Von Göteborg aus tuckerten wir mit zwei weiteren Zwischenstopps bei gleichbleibend miesem Wetter an der Westküste zurück. Nochmal ans Meer, nochmal ein bisschen Camping ohne irgendwelche Pläne und einfach die gemeinsame Zeit genießen, bevor uns zuhause wieder die "Realität" mit all ihren Facetten erwartete. Wir schauten Filme, während sich draußen Regenströme auf unser Wohnmobildach ergossen. Wir aßen sehr viel schwedische Schokolade. Und wir freuten uns langsam aber sicher auch auf die ganzen Menschen, die uns zuhause erwarteten. Familie und Freunde. Es war summa summarum ein unvergleichliches Erlebnis, das wir so immer wieder wiederholen würden. Es hat uns zusammengeschweißt, uns zur Weißglut getrieben, uns mit den Marotten der Anderen versöhnt, oder auch nicht, es war einfach intensiv und schön. 

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr



Ich danke euch, dass ihr uns durch die einzelnen Artikel auf unserer Reise begleitet habt. 

Wie macht ihr das? Reist ist in der Elternzeit oder genießt ihr es einfach gemeinsam den Alltag zu erleben? 

In Vorfreude auf die nächste Reise,

Eure Tanja

Montag, 31. Dezember 2018

Und wieder ein Jahr vergangen... 2018, Ade!

Jahresrückblick 2018

Wieder ist es soweit. Die Kinder freuen sich schon das ganze Jahr auf den Abend, an dem sie mindestens bis Mitternacht wach bleiben dürfen und es traditionell Raclette gibt. Die letzten Jahre haben wir mit sehr lieben Freunden gefeiert. Dieses Jahr ist vor allem das große Mädchen sehr traurig, nicht mit ihrer besten Freundin feiern zu können. Aber da bei unseren Freunden diesen Herbst das vierte Kind in die Familie gepurzelt ist, gehen sie es ruhiger an. Und wir (zumindest die Erwachsenen) freuen sich auf einen ruhigen, entspannten Abend mit Spielen, ausgedehntem Essen (ja das funktioniert bei unseren Kindern wunderbar... aber nur bei Raclette :)) und dem ein oder anderen kleinen Drama, weil die Kinder dann doch müder sind als erwartet. 

Doch bevor wir uns an den Tisch setzen und die Nervosität unserer Kinder ins Unermessliche steigen wird, möchte ich mich an die lauten und ruhigen, die aufregenden und langweiligen, die fröhlichen und die traurigen Momente erinnern. Die Meilensteine, die erreicht wurden, die Veränderungen, die unser Leben geprägt haben und die wundervollen richtigen Teile unseres Lebens, die gleich geblieben sind. 

So einen Rückblick habe ich bisher nur mündlich, mit meinem Mann auf dem Sofa sitzend gemacht. Daher ist es für mich eine schriftliche Premiere. Ich hoffe, dass ich nicht in Lamentieren verfalle, das hat mir schon mein Deutschlehrer in der Oberstufe angekreidet. 


*

Januar 

Unser Jahr begann, wie schon gesagt, im Kreise unserer Freunde und deren Freunden, mit vielen Kindern (ich glaube es waren 10 oder 11) und vielen schönen Gesprächen und Spielen. Wir haben dort in unserem damals ganz neu zur Familie gekommenen Wohnmobil übernachtet, sodass unsere kleiner Zwerg mit seinen zwei Monaten gut und lange ausschlafen konnte. 

Wie jeden Januar, feierten wir auch dieses Jahr wieder den Geburtstag unserer großen, aber vor allem großartigen Tochter. Auch wenn es schon der 7. Geburtstag ist, legt sie (zum Glück) noch Wert darauf, dass ich mich um die Planung ihrer Kinderfeier kümmere. Dieses Jahr, ganz im Sinne meines Studiums, war es eine Mittelalter-Party, zu der Rittersleut, Burgfräulein und Minnesänger gerufen waren. Mit Spielen wie Drachenschießen und Murmelralley versuchten wir es so einfach zu halten, wie es die Kinder im Mittelalter hatten. Am Ende des Tages hatte es keine Tränen gegeben, mein Mann hat mal wieder das perfekte Essen für die hungrigen Mäuler vorbereitet und das Baby hat sich vom Trubel nicht verunsichern lassen. 

Vor dem Renovieren nochmal richtig austoben und Wände anmalen


Direkt nach dem Geburtstag haben wir eine Großbaustelle eröffnet. Da unser Haus, das wir erst seit Sommer 2017 bewohnen, noch komplett renoviert werden muss, hatten wir uns zunächst um die Kinderzimmer und unser Schlafzimmer gekümmert und die restlichen Räume auf 2018 und 2019 verschoben. So war nun das Wohnzimmer und der Flur dran. Natürlich hat es länger gedauert als gedacht, aber immerhin hatten wir das Wohnzimmer bis Ende Januar fertig, der hässliche Teppich war raus und unser heißgeliebter Boden zog ein. 

Der größte Negativpunkt des Monats war für uns der Moment, in dem wir verstanden, dass die Eingewöhnung unseres Kindes im Kindergarten gnadenlos gescheitert war und wir ihn aus dem Kindergarten abmelden müssen, damit seine kleine Seele nach Umzug, Abschied von den besten und ersten Freunden und dem neuen Zuhause, nicht noch mehr Schaden nimmt. Zum Glück fanden wir einen Kindergarten, der uns zusagte und uns einen Platz ab September anbieten konnte. Die nächsten sieben Monate werden wir zuhause verbringen. Ein Hoch auf die Elternzeit und die Möglichkeit so bei meinen Kindern zuhause bleiben zu können. 

*
Februar 

Der Februar dümpelte so vor sich hin mit kleineren Highlights, wie dem ersten lauten Babylachen des Kleinsten, der seine Schwester zum Schreien lustig fand, den ersten Schlittschuh-Versuchen derselben und dem ersten Besuch des Mittleren beim Barber-Shop mit dem Papa zusammen. 


Erste Versuche auf dem zugefrorenen Gartenteich

Für Begeisterung und Tränen hat die an Fasnacht in unserem Wohnort stattfindende Veranstaltung gesorgt, bei der zwei, nach Alter gebildete, Gruppen von Kindern von einem Geschäft/Privathaus zum nächsten ziehen und vor dem Haus Fasnachtssprüche oder -lieder zum Besten geben und dafür mit einem Haufen Süßkram beworfen werden, den sie sammeln und dann in großen Taschen nach Hause tragen. Das Urteil über dieses Fest fiel bei unseren Großen unterschiedlich aus. Während das eine Kind vor Begeisterung kaum zur Ruhe kommen konnte, war das andere Kind gnadenlos von dem Lärm, den vielen Menschen und dem von oben auf den Kopf hagelnden Süßigkeiten überfordert und hat sich für 2019 schon mal vorgenommen, auf keinen Fall mit zu laufen.

*

März

Dieser Monat ist meiner. Ich werde wieder ein Jahr älter. Was ich inzwischen zu spüren meine. Aber wie dem auch sei, wie jedes Jahr überraschte mich mein Mann mit einem Kuchen oder einer Torte zum Niederknien. Ich bin dankbar für meinen Schnapszahl-Geburtstag im Kreise meiner inzwischen fünfköpfigen Familie und die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres.

Während ein Kind sich mit der Optimierung seiner Linkshändigkeit bei einer großartigen Ergotherapeutin beschäftigte, genoss ich die dreiviertel Stunde nur mit dem Baby im Wartezimmer. Ich stillte, kuschelte und konnte am Ende dieser viermonatigen Therapieeinheit, meinem schon sitzenden Baby beim Spielen in eben diesem Wartezimmer zuschauen. 

Zuletzt begingen wir Ostern, wie jedes Jahr mit den Großeltern, die zwei Stunden entfernt wohnen. Und so glitten wir im Ostereiertrubel in den April über. 

Osterspaziergang mit Oma und Opa an einem der vielen wunderschönen Seen Bayerns

*

April

Ganz im Sinne des beginnenden Frühlings widmeten wir uns unserem schönen, aber optimierbaren Garten, indem wir zunächst den in Gestrüpp und Efeu versunkenen Teich hoben. Als wir das Haus gekauft hatten, wussten wir nicht mal, dass da ein Teich ist. Wir genossen die ersten Kugeln Eis und eröffneten die Grillsaison. 

Der Teich ist weg. Die Archäologen kommen. 

Eine meiner Cousinen heiratete und so waren wir seit langem mal wieder ganz schnieke und herausgeputzt auf einer großen Hochzeit. Die Kinder fanden es toll mit den anderen Kindern zu spielen und Quatsch zu machen und die Hotel- und Restaurantleiterin war eine alte Bekannte, die selbst drei Kinder hat und dafür den perfekten Rahmen bot. So wurde das Fest zu einem großen Erfolg und wir fielen spät in unsere Wohnmobilbetten.  

Das große Kind wünschte sich schon lange den geliebten Patenonkel in Erlangen zu besuchen und so wagten wir unsere erste längere Fahrt mit dem Wohnmobil. Gemeinsam mit Onkel und seiner lieben Freundin eroberten wir das Schluss Thurn und waren so begeistert, dass wir für den Frühling 2019 eine Wiederholung einplanen. 
Außerdem hatten wir die tolle Möglichkeit, einen Kindergartenfreund unserer beiden Großen, den sie noch vom alten Kindergarten kennen, zu besuchen. Die Wiedersehensfreude war groß und auch wir Mamas unterhielten uns gut und freuten uns mit den Kindern. 

*

Mai

Im Wonnemonat ging es dann in den wohlverdienten Urlaub nach Italien. Freunde hatten uns eingeladen, mit Ihnen eine Woche auf einem Campingplatz am Lago Mergozzo zu verbringen, so dass unsere Kinder Zeit zusammen verbringen konnten und wir Eltern auch mal jemanden für eine Runde Bohnanza oder ähnliches hatten. Der Urlaub war eigentlich ein ziemliches Gegenmodel zu dem, wie wir normalerweise Urlaub machen, aber wir wollten es dennoch versuchen. Es war ein sehr touristisch geprägter Platz mit vielen Aktivitäten für Kinder und teilweise auch für die Erwachsenen. Wir wollten dem aber eine Chance geben. Das Fazit fiel durchmischt aus: Die Kinder fanden es toll, da sie natürlich ihre Freunde dort hatten und viel Zeug ausprobieren konnten. Außerdem hat sich der Mittlere endlich getraut Fahrrad zu fahren und verbrachte Stunden damit, über den Platz zu kurven. Wir Erwachsene fanden es ziemlich langweilig. Haben uns aber damit arrangiert und dafür das leckere italienische Essen, das wir selbst zubereiteten, genossen. Das Highlight für uns alle war jedoch eine 14km lange Wanderung, bei der wir viele Höhenmeter durch viele kleine Ortschaften zurücklegten und eine wunderschöne beeindruckende Natur erleben durften. 
Eine urige Kleinstadt Italiens, die wir durchwandert haben.

Unser Sohn hat kurz von dem Urlaub seine Leidenschaft für Schach entdeckt, die uns von dann an bis heute begleitet. Inzwischen ist er wirklich recht gut darin und sucht immer wieder nach geeigneten Gegnern. 

Den Rest der Pfingstferien verbrachte mein Mann auf einem Kleinbagger, mit dem er unseren Garten komplett umgestaltete. Ich bin immer noch super stolz auf meinen Mann, dass er ohne jegliche Vorerfahrung unseren Garten umgrub, neu strukturierte und aus wunderschönen Flusssteinen Trockenmauern einsetzte, sodass die Kinder nun eine ebene Fläche für Ballspiele haben. Aus einer durchgehenden Schräge sind nun drei Ebenen entstanden, sodass wir den Garten nun besser nutzen können. 

*

Juni

Pünktlich zum Geburtstag meines Mannes entschied das Baby das Sitzen zu lernen. Das war für uns alle ein großes Geschenk, da es doch für alle inzwischen unangenehm wurde, dass das Baby voller Unmut über alles schimpfte, was es doch so viel lieber im Sitzen gemacht hätte. 

Das Wetter war großartig und so konnten wir viel und oft Baden gehen. Und während das eine Kind die ersten Sprünge vom 3m Turm übte, versuchten wir das andere Kind vom Betreten des Wassers zu überzeugen. Leider meist vergeblich. Dafür war das Baby vom kühlen Nass sehr begeistert. 

Für die Kinder war das städtische Kinderfest das große Erlebnis des Monats. Dort konnte vieles gemacht und gewonnen werden. Kästenklettern, Hämmern mit den Pfadfindern, Torwandschießen,  Barfuß-Fühl-Pfad, all das uns viel mehr waren die Stationen, die die Kinder machen mussten, um sich am Ende ein Geschenk abholen zu können. Das ganze Fest war so schön durchdacht und auf Kinder ausgerichtet, dass es eine große Freude war, den Kindern zuzusehen, wie sie lauter neue Dinge ausprobieren durften. 

Je höher, desto besser.
*

Juli

Der Juli war ziemlich turbulent. In jeglicher Hinsicht. 

Zunächst haben wir den Garten fertig gemacht und endlich Gras gesät (Keine gute Idee im Jahrhundertsommer). Der nicht nutzbare Garten hat das Leben leider so sehr nach drinnen verlagert, dass es manchmal sehr anstrengend war. Aber draußen war es so heiß, dass wir es nicht lange aushielten. Und mit Baby die ganze Zeit im Freibad sitzen war auch nicht das Wahre. Vor allem, weil das Baby auf der Überholspur schnell noch Stehen lernen musste. 

In der Dauerhitze vor mich hin schmorend, kam dann eines zum anderen und in einer stressigen Situation, Baby schrie im Kindersitz, weil zu heiß, Sohnemann kaute mir ein Ohr ab und die Tochter versuchte immer wieder mal eine Info einzuwerfen, habe ich das Auto eines Nachbarn beim Ausparken angefahren. Und dann auch noch eines der schicksten Autos der Straße. Ich hoffe, dass er es mir inzwischen verziehen hat. Repariert ist es inzwischen. 

Nach diesem Fauxpas habe ich mich auf die Vorbereitungen für unsere sommerferienlange Reise nach Schweden gestürzt. Wir alle waren voller Vorfreude und Aufregung. Mein Mann entwarf eine Excel-Tabelle mit der Reiseroute. Ich entwarf die Packlisten. So machte jeder, was er am besten konnte. 

Das "Bächtlefest" ist hier das große Stadtfest, bei dem die ganze Stadt mitwirkt. Die Schulen, die Kindergärten, die Vereine, einfach alle helfen zusammen. Es gibt einen Jahrmarkt, Auftritte des Schulchors, bei dem unsere stolze Erstklässlerin brillierte, Openair-Konzerte und einen Umzug durch die Innenstadt, bei dem unsere Tochter von der Schule aus mit lief. Diese Tradition, die alle so miteinander verbindet und Gemeinschaft fördert, gefällt mir an unserem Ort mit am besten. 


Bächtlefest

Zu guter letzt musste ich mir noch zwei Tage vor der Abreise nach Schweden meinen Zeh brechen, sodass ich noch einen weiteren Bereich unserer Stadt kennenlernen durfte: Die Notaufnahme. Wie auch noch ein weiteres Mal in diesem Jahr, aber davon später.

*

August

Den August verbrachten wir, wie ich ja zu größeren Teilen berichtet habe, komplett in Schweden. Wer nachlesen mag, kann das hier tun: 

Schweden 

Teil 4

Anfang Januar berichte ich noch vom letzten Teil unserer Reise. Summa summarum war es eine wundervolle Erfahrung mit vielen besonderen Momentan und einem ganz anderen Leben, als das, was wir tagtäglich führen. Wir haben uns alle nochmal von einer anderen Seite kennengelernt.


Astrid Lindgrens Värld


*

September

Nach unserer Rückkehr aus Schweden brauchten wir erst mal ein paar Tage, um anzukommen, bevor die Familie zum großen Nachfeiern des 5. Geburtstags unseres Sohnes geladen war. Es war ein wundervoller Tag und wir genossen, all diese Menschen um uns zu haben. Auch der Kindergeburtstag wurde unter dem Motto "Star Wars" nachgeholt, der wegen Krankheit recht klein ausfiel, aber unseren Sohn trotzdem glücklich machte. 

Niemand bäckt besser als Papa

Die wichtigste Veränderung war der Neubeginn unseres Sohnes im Kindergarten. Bange war es mir, als ich daran dachte. Doch zu meiner großen Erleichterung fühlte er sich sofort wohl und wir machten eine kurze, aber sanfte Eingewöhnung. Ich bin unendlich dankbar für diese Erfahrung. Er hat wieder Vertrauen gefasst, dass es nette Erzieherinnen gibt, die ihn ernst nehmen und ihn hören. 

Und während unsere Große mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit wieder in die Schule ging, lief das Leben wieder an. Der Alltag hatte uns in vielen Bereichen wieder zurückerobert. 

*

Oktober

Dieser Monat war zur Abwechslung sehr unspektakulär. Das Leben dümpelte gemütlich vor sich hin und wir brachten neue Routinen in unser Leben mit immer mobiler werdendem Babysohn. 

Die beiden großen Kinder hatten ihr erstes Fußballturnier mit ihren Mannschaften. Die Aufregung war groß und die Erleichterung, dass es geschafft war umso größer. Aber auch die Ernüchterung, dass sie noch ganz am Anfang stehen und viel trainieren müssen. 

Wie die Profis.

*

November

Wieder ein Feiermonat. Unser Baby wurde ein Jahr alt und damit offiziell ein Kleinkind. Kurz vor seinem  Geburtstag lernte er laufen. Mit Begeisterung erschloss er sich unser Zuhause auf zwei Beinen und schien sich nicht genug darüber wundern zu können, wie anders es von da oben alles aussieht. 

Der obligatorische, städtische Martinsumzug, den ich (so ehrlich bin ich mal) eigentlich nicht mehr bräuchte, wurde abgearbeitet und mit Freude der Umzug des Kindergartens erwartet, der viel schöner war und auch toll organisiert worden war. Mein Sohn hatte eine Riesenfreude daran, mit einer anderen Vorschülerin Hand-in-Hand Lieder singend durch die Straßen zu ziehen. So gelöst hatte ich ihn schon lange nicht mehr im Zusammenhang mit Kindergarten erlebt und mir schwoll das Herz vor Freude. 

Das schönste Erlebnis des Monats war jedoch der Theaterbesuch des Stückes "Brüder Löwenherz", den der Papa mit den beiden großen Kids unternahm. Nachdem wir im Sommer in der Astrid Lindgrens Värld gewesen waren (dieser Teil unserer Reise fehlt noch), hatten die Kinder die Kulisse, die man dort erkunden konnte , noch präsent in ihren Köpfen und so war es ein ganz besonderes Theaterstück für sie. Das Theater Konstanz hat das großartig ausgerichtet. 

Meet and Greet mit einem Reh im Wild- und Freizeitpark Allensbach.

*

Dezember

Und schon war der letzte Monat des Jahres gekommen. Diesen Monat versuchen wir meist ruhig zu gestalten, damit wir nicht im Trubel untergehen. Es ist für die Kinder sowieso immer sehr aufregend. 

Wir unternahmen nicht wirklich viel, buken Plätzchen, spielten und dekorierten die Bude. Die Adventskalender wurde mit Spannung geöffnet und bespielt. 

Mittendrin statt nur dabei. 

Bei einem Besuch der Großeltern machten wir einen Abstecher in das Museum Mensch und Natur in München und fühlten uns, wie immer dort, sehr wohl, da hier Kinder ganz oben auf der Publikumsliste stehen. Sie können dort so vieles selbst entdecken und erfahren. Lesende und nicht lesende Kinder gleichermaßen. 

Weihnachten begingen wir ganz ruhig mit der Oma der Kinder, die in der Einliegerwohnung unter uns wohnt. Verbrachten Zeit mit der Familie meines Bruders und fuhren für zwei Tage zu den Großeltern, wo sich alljährlich die Familie meines Mannes versammelt und Weihnachten feiert. Es waren schöne, ruhige Feiertage. So ruhig wie seit langem nicht mehr. 

Das Jahr endet für uns nicht ganz so schön, da eines unserer Kinder auf die letzten Tage noch eine Lungenentzündung entwickelt hat. So wird auch der heutige Tag ein ruhiger. Es wird gepuzzelt, geklettert auf dem neuen Pickler Dreieck, dass der Opa dem Jüngsten zu Weihnachten gebaut hat und aufgeregt durch die Gegend geflitzt. Emotionale Berg- und Talfahrten inklusive. Heute Nacht werden wir uns in den Arm nehmen und uns auf ein weiteres gemeinsames Jahr freuen. In der Hoffnung auf Gesundheit, Freude, gute Schultage und die letzten Kindergartenerfahrungen, Fortschritten am Haus und vor allem viel Zeit füreinander. Es wird sich sicher wieder vieles Verändern. Doch Angst macht mir das keine. Man wächst mit seinen Herausforderungen. 

In diesem Sinne, euch allen einen wundervollen Rutsch aus dem Jahr 2018 in das Jahr 2019. 

Liebe Grüße

Tanja

Must-see

Alleinerziehend auf Zeit - Geht das?

Von Veränderungen und Konstanten - Alleinerziehend mit drei Kindern und Ehemann  Es war die letzte Zeit ruhig hier. Das hat unterschiedl...