Dienstag, 12. Februar 2019

Was mach' ich nur mit euch?

Krankheit-Survival-Kit


Inzwischen hat es bestimmt jeder schon mitbekommen: 
Wir sind dauerkrank die letzten zwei Monate!!! 

In den Ferien gestaltete sich das mit zwei Elternteilen, die sich zwischen gesunden und kranken, bzw. kranken und kranken Kindern aufteilen konnten, noch recht einfach. Jetzt sitze ich die dritte Woche mit wahlweise einem, zwei oder drei kranken Kindern zuhause. Denke langsam darüber nach den Kinderärzten eine Freundschaftsanfrage auf Facebook zu schicken und gerate immer mehr in Aktionsnot. Nicht dass ich ein Bedürfnis nach Action hätte, nein, weit gefehlt. Meine Kinder haben kein Bedürfnis nach Ruhe, egal was das Fieberthermometer anzeigt. Also habe ich tief in der Trickkiste gegraben und meine top Favoriten an Beschäftigung mit kranken Kindern herausgegraben.

No. 1: Vorlesen 

Ach ne, werden jetzt viele sagen. Aber tatsächlich vergisst man manchmal die einfachsten Sachen, wenn man wochenlang zuhause eingesperrt ist, Während sich die Berge an Taschentüchern um einen rum häufen. 

Ich habe mir angewöhnt, Bücher, die ich in Notfällen wie diesen brauche, nicht frei zugänglich zu lagern, sondern erst auszupacken, wenn was neues her muss, was die Patienten wirklich fesselt und sie dazu bringt liegen zu bleiben. Neben Büchern habe ich mich außerdem die Onleihe-App auf meinem Handy installiert, sodass ich, bei leerem Präsenzbestand, auf viele viele aktuelle Bücher zurückgreifen kann. 

No. 2: Fenster bemalen

Einer der besten Anschaffungen ever waren Stifte, mit denen man auf die Fensterscheiben malen kann. Wir haben uns damals für die Staedler Buddys entschieden, weil man damit - wie der Name schon verrät - unterschiedliche Dinge tun kann. 

Seit wir die Fenstermalerei eingeführt haben, haben wir eigentlich beinahe durchgängig ein saisonal gestaltetes Fenster im Wohnzimmer, das auch unseren Nachbarn gut gefällt und auf welches wir immer wieder angesprochen werden. Außerdem schaffe ich es so, dass auch die Mal-Muffel unter meinen Kindern mal einen Stift in die Nehmen und etwas malen. Auf Fenster malen fühlt sich für sie immer noch nach etwas Verbotenem an, weil es in vielen Haushalten ein absolutes Tabu ist, auf etwas anderes zu malen als Papier. (An alle in den Großstädten: Ja, das ist tatsächlich in Oberschwaben noch weit verbreitet!)

Meine Kinder lieben es und es stimmt sie zudem auf die kommende Saison ein, sodass wir beim Malen oft auch Pläne für die nächsten Monate schmieden. 

No. 3: Verkleiden (oder wie ich es nennen würde: Bad Taste-Party)

Unsere Kinder lieben es, wie wohl viele andere auch, sich zu verkleiden. Neben der Verkleidungskiste, in der vornehmlich klassische Kostüme stecken, wie Indianer, Pirat, Pippi Langstrumpf oder Polizist, nehmen sie hierfür auch gern Mamas oder Papas Klamotten zur Hand. Durch die wildesten Kombinationen wird es irgendwann sehr lustig und es wird viel gekichert. 

Verkleiden hat für mich gleich zwei Vorteile: 

Erstens schaffen es Kinder beim Verkleiden aus ihrer Familien-Rolle auszusteigen und eine neue, vielleicht ganz andere Rolle als ihre gewohnte zu spielen. Dadurch machen sie viele Erfahrungen mit dem Einfluss von Verhaltensweisen. Bin wild und furchtlos als Pirat unterwegs, obwohl ich sonst eher schüchtern und ängstlich bin, lerne ich mich von einer neuen Seite kennen und wachse auch mal im wahren Leben über mich hinaus. 

Zweitens regt es die Fantasie an. Wie kann man einen Indianer und einen modernen Polizisten unter einen Hut bringen? Welches Szenario muss zugrunde liegen, damit diese beiden sich begegnen können? Unsere Kinder finden hierfür oft die wildesten Lösungen. Es macht viel Spaß ihnen zuzuschauen oder als Komparse mitzuspielen. Eine tragende Rolle wird mir selten zugetraut. 

No. 4: Runterkommen mit Knetsand und Salzteig

Wenn es mir zu wild wird und ich merke, dass die Akkus der Kinder bald leer sind, versuche ich die Kurve zu einer ruhigen Tätigkeit zu finden. Gern nehme ich dafür Aktivitäten für die Hände, sodass der restliche Körper zur Ruhe kommen kann. 

Knetsand ist vor allem für mich eine absolut meditative Beschäftigung, da er so locker und fein durch die Hände rieselt, während er kurz vorher noch eine feste Kugel war. Diese wechselnden Eigenschaften machen den Knetsand so faszinierend und beruhigend zugleich. Man kann damit perfekte Förmchen machen oder einfach darin Rumkneten ohne besonderes Ziel. 
Knetsand kann man kaufen oder auch selbst machen. Wir haben gekauften Knetsand, wobei ich keine Ahnung mehr habe, welchen wir damals gekauft haben. Genausogut kann man sich aber auch Knetsand zuhause selbst herstellen. Die meisten Dinge dafür hat man eh zuhause. Da ich nicht das Rad neu erfinden muss, verweise ich an dieser Stelle auf eine tolle Übersicht mit Knetsachen jeglicher Art, die von "Dem gewünschtesten Wunschkind-Blog" zusammengestellt wurde (Falls ihr diesen Blog noch nicht kennt, kann ich ihn euch in jeglicher Hinsicht ans Herz legen).

No. 5: Videos drehen

Das ist hier die neueste Aktivität an Regen- und Krankheitstagen. Die Kinder schnappen sich wahlweise ein ausrangiertes Handy oder das Tablet und filmen sich gegenseitig oder gemeinsam beim Rollenspiel, Lieder singen oder Quatsch machen. 

Fakt, es wird dabei so gut wie nie gestritten. Sie arbeiten super als Team zusammen und verbringen mindestens 2 Stunden mit dieser Aktivität. Daher für mich eine absolute Erleichterung an sich wie Kaugummi ziehenden Tagen, an denen auch mir mal die Puste ausgeht oder ich mal 5 Minuten für einen Kaffee brauche. 

Der positive Nebeneffekt, den wir jetzt beim Durchschauen von Fotos und Videos am Wochenende feststellten, war, dass wir so viele lustige und schöne Fotos und Videos von der Kindern haben, von denen wir nichts wussten und auf denen sie so herrlich unverstellt sind. Ich finde, es lohnt sich es auszuprobieren! 

No. 6: Last but not least: Open-Bed Kino

Wenn gar nichts geht und es im schlimmsten Fall auch uns als Eltern erwischt hat, verlegen wir gern das Lazarett in Familienbett, wo dann alle aneinandergekuschelt reinpassen. Dazu kommt mein Laptop auf einen Stuhl und wir schauen einen schönen Familienfilm an. 

Was mir wichtig ist am Fernsehen bei Krankheit ist, dass meine Kinder nicht stundenlang alleine vor dem Fernseher oder Tablet oder PC sitzen, sondern wir Erwachsenen mit ihnen schauen. Zum einen habe ich kein gutes Gefühl meine Kinder zu "parken", zum anderen finde ich kann man auch so etwas mit den Kindern machen. Und sie sind mit den Eindrücken nicht so allein auf sich gestellt. 


Welche Tipps habt ihr für lange Krankheitsphasen? Womit beschäftigt ihr eure Kinder, wenn ihr oder sie krank sind? Ich bin immer dankbar für neue Ideen, die ich in mein Repertoire aufnehmen kann. 

Auf eine baldige Genesung. Aller. 

Eure Tanja




Sonntag, 3. Februar 2019

Wenn der Winter nervt...

Ich liebe den Winter! Wirklich. Ich liebe Schnee, ich liebe trockene Kälte, Schneemänner bauen, Schlitten fahren, Schlittschuh laufen, all das Zeug, was man im Sommer nicht hat oder machen kann. Die Stille, wenn die erste Schneedecke alle Geräusche dämpft. Ich warte jedes Jahr auf den ersten Schnee. Den Geruch, der schon Tage vorher in der Luft hängt. So auch letztes Jahr, bzw. dieses Jahr. 

Schlitten fahren in der Eifel


ABER.... Dieses Jahr nervt der Winter. Warum?
Weil er perfekt ist. Es schneit so oft. Es ist kalt. Der See in zugefroren. Man kann Schlitten fahren gehen. Und jede Woche einen neuen Schneemann bauen. Und was machen wir? 

NICHTS! Wir liegen abwechselnd mit Fieber, Husten, Schnupfen, etc. im Bett und schauen uns die ganzen wundervollen Schneemassen nur von drinnen aus an. Denn wenn einer wieder gesund ist, ist der andere krank, sodass wir wieder nicht alle zusammen in den Schnee raus können. Oder Schlittschuh fahren. 

Nächstes Jahr wieder...


Dieses Jahr frustriert mich der Winter über alle Maßen. Ich kann nicht mehr. Ich möchte wieder Wärme, gesunde Kinder, Sonnenschein, kurze Hosen und Schwimmbadbesuche. 
Stattdessen sitze ich zuhause und versuche im Wechsel irgendein Kind vom Kräutertee und warmen Socken zu überzeugen. 

So, für heute genug gejammert! Nächste Woche wird bestimmt besser. Wenn die zwei fiebernden Kindern wieder gesund sind. Ab dann gibt es Isolationshaft. So können sie sich wenigstens nicht gegenseitig anstecken. 

Auf eine gute Woche,

Eure Tanja

Must-see

Ein Neubeginn in vielerlei Hinsicht

"Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung."  Heraklit Nichts fasst unser Leben so sehr zusammen, wie dieses Zit...