Montag, 28. Januar 2019

Fremdbetreuung - Fluch oder Segen? Oder beides?

Krippe, Kita, Kindergarten, Elterinitiative und Co. - Wem bringt das was? Und brauche ich das? 

Als unser erstes Kind auf die Welt kam, stand der Plan für die nächsten Jahre, was die Betreuung anbetraf schon fest. Ich, mitten im Studium, mein Freund (damals hatte ich noch einen eigenen Nachnamen) war am Ende seiner Ausbildung. Wir waren uns einig, dass es für uns die Notwendigkeit gab, unsere Tochter betreuen zu lassen, damit wir beide unsere Ausbildung zu Ende bringen konnten und sie bei meinem Arbeitseintritt schon aus dem Gröbsten raus sein würde. Alles optimal. Oder? 

Das war es tatsächlich. Nachdem ich unsere Tochter für die Uni-Krippe, in die sie ab ihrem ersten Geburtstag gehen sollte, angemeldet hatte, mussten wir erstmal ernüchtert feststellen, dass es gar nicht so einfach war, einen Platz zu bekommen. Wir suchten also nach einer Übergangslösung bis zum Krippenstart. Diese fanden wir dann mit etwas Glück auch in Form einer großartigen, empathischen Tagesmutter, die noch ein Plätzchen für unsere Tochter frei hatte. Alle Ampeln standen auf Grün. 

Alle bis auf die Wichtigste. Die unserer Tochter. Nie hätte ich bei ihr gedacht, dass sie sich schwer tun könnte. Sie war ein dauerfröhliches, offenes Kind, dass gern von anderen Kindern umgeben war und sich immer wie ein Schnitzelchen freute, wenn wir was unternahmen. Je mehr Action, desto besser. Schneller, höher, besser. Das hat sich bis heute nicht geändert. Doch dann kam das ABER... Groß und beinahe unüberwindbar... 

Trotz einer langsamen und sehr sehr sanften Eingewöhnung, weinte meine Tochter auch nach zwei Wochen bitterliche Tränen, wenn ich ging. Ich fing langsam an, unseren Plan anzuzweifeln. Wie konnte das alles richtig sein, wenn es sich so unsagbar falsch anfühlte. Sie weinte und ich auch. Doch dann kam der Tag der Tage. Die Tagesmutter öffnete nach einer einstündigen Trennung die Tür, selbst ein bisschen Glitzern in den Augen und sagte mir, dass unsere Tochter sich ihr zugewandt hatte und sich hatte trösten und begleiten lassen. Sie war sogar beim Schaukeln in einer großen Schiffsschaukel im Betreuungsraum einfach so eingeschlafen. Ich konnte es nicht glauben. Ab da ging meine Tochter mit einer Selbstverständlichkeit zur Tagesmutter. Keiner hatte sie gebrochen, sie musste nie länger weinen. Immer waren die Tagesmutter und ich in engem Kontakt. Ich war glücklich. Und traurig. Ich habe sie vermisst, aber auch die Zeit an der Uni sehr genossen. 



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Nach einiger Zeit konnte unsere Tochter dann in die Krippe der Uni wechseln, wo sich unsere "Erfolgsstory" fortsetzte. Ich war begeistert von dem empathischen und fürsorglichen Umgang der Erzieherinnen mit den Kindern. Jedes Kind wurde für sich genommen und so individuell behandelt. Unsere Tochter durfte die ersten Monate in einem selbst mitgebrachten Kinderwagen ihren Mittagsschlaf halten. Dann war sie bereit mit den anderen Kindern gemeinsam den Mittagsschlaf abzuhalten. Alles in ihrem Tempo, nach ihren Bedürfnissen. Trotz dessen, dass ich einen Ganztagesplatz hatte, war es mir aber wichtig, so viel Zeit wie möglich mit unserer Tochter zu verbringen. So holte ich sie immer direkt nach dem letztem Seminar des Tages, selten später als 3 Uhr ab. Ich habe ungeachtet der wirklich tollen Betreuung unseres Kindes nicht nur positives Feedback meiner Freunde und meiner Familie geerntet. Da fielen auch Sätze wie: "Du hast doch keine Ahnung von deinem Kind, wenn du es jeden Tag stundenlang abschiebst." oder "Also meinem Kind könnte ich das nicht antun. Aber bei dir ist das ja was anderes." 

Nun, ist es das? Habe ich mein Kind abgeschoben? Habe ich meine Bedürfnisse über die meines unmündigen Kindes gestellt? War ich vielleicht einfach zu wenig einfühlsam, um die Not meines Kindes zu sehen? 

Ich würde sagen: Nein! Ich habe immer geschaut, dass es unserer Tochter gut ging. Nie, und ich meine das mit reinstem Gewissen, nie habe ich sie weinend in der Krippe gelassen und bin gegangen. Sie gab immer das Tempo an. Die Verabschiedung unterlag stets ihrem Reglement. 

Aber ich würde auf diese Fragen auch ja sagen. Denn nach einer wundervollen Krippenzeit wechselte unsere Tochter in einen ländlich gelegenen Kindergarten, bei dem ich, naiv und verwöhnt wie ich war, davon ausging, dass er dieselben Maßstäbe an die Betreuung legte, wie die bisherigen Einrichtungen. Tja, Pustekuchen! 
Die Eingewöhnung war, nett gesagt miserabel. Nicht nur einmal ging ich mit einem mulmigen Gefühl. Innerlich immer noch daran glaubend, dass es meinem Kind hier gut ginge. Das Glück unserer Tochter in dieser Einrichtung war, dass die Erzieherin und gleichzeitig Leitung sie mochte. Sie mochte ihre aufgeweckte Art, dass sie clever war und dass sie süß war. Allein diese Tatsache hat uns 1,5 Jahre in dieser Einrichtung überleben lassen. Denn eine andere Einrichtung gab es nicht und mein Studium konnte ich wegen der Fristen nicht länger nach hinten rausschieben. Irgendwann kam der Punkt, an dem für unsere Tochter die Verhältnisse, die nie sie persönlich negativ betrafen, untragbar wurden. Sie konnte es nicht ertragen, dass andere Kinder vor die Tür gesetzt wurden, geschimpft wurden und zum Teil BE-schimpft wurden. Gleichzeitig war sie noch zu klein, um mir das mitzuteilen. Ich merkte nur, wie ihre kleine Seele trauriger und trauriger wurde. Bis sie nicht noch mehr ertragen konnte. Doch all diese Vorfälle waren mir damals nicht bekannt. Alle anderen Eltern sagten nur Sachen wie: "Ach, da müssen sie durch!" oder "Was nicht tötet, härtet ab!" oder "Man muss auch mal mit Widerständen zurechtkommen, sonst kriegt man am Ende nur so verweichlichte Bratzen raus."


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Ich zog also die Reißleine. Setzte alles in Bewegung was ging und meldete meine Tochter wieder in der Universitätsstadt, 30km von uns entfernt in einem anderen Kindergarten des Studentenwerks an. In der Zwischenzeit hatte sie einen Bruder bekommen, der ebenfalls mit einem Jahr in der Uni in die Krippe ging und dort wie auch sie damals sehr glücklich war. Nachdem ich mich durch die bürokratischen Hürden gekämpft hatte, mir abfällige Sprüche über meine Kompetenzen als Mutter auf dem Dorfspielplatz anhören durfte und die ein oder andere Nacht über der Entscheidung, mein Kind wieder wechseln zu lassen, verweint hatte, ging mein Kind in den neuen Kindergarten. Jeden Morgen fuhr ich also 30 km mit zwei Kindern, die in unterschiedliche Einrichtungen gingen und am späten Mittag fuhr ich dasselbe wieder zurück, damit meine Kinder nicht den Anschluss im Ort verloren und ihre Freund sehen konnten. 
Nach und nach lernte unsere Tochter, dass dieser Kindergarten ganz anders funktioniert. Sie wurde gleichwürdig behandelt, ihre Bedürfnisse wurden respektiert, sie durfte sich so zeigen, wie sie war, etc. Im gleichen Atemzug begann sie mir zu erzählen, was sie bisher erfolgreich verdrängt hatte. Sie erzählte mir, dass sie im alten Kindergarten nicht entscheiden durfte, wie viel sie von ihrem Vesper essen möchte, denn: "Alles, was du mir der Hand berührst, musst du auch aufessen!", sie erzählte auch von dem Umgangston, der dort vorherrschte und sie legte nach und nach ihre Verteidigungshaltung ab, die sie bei jeder Frage, bei der es um Verantwortlichkeiten ging, mit: "Das war ich nicht!" beantwortete. Hysterisch und ängstlich. 
Jetzt erst wurde ich mir der Tragweite dieser Zeit im dem alten Kindergarten bewusst. Sie hatte so viel erleiden müssen, still und heimlich. Sie machte alles mit sich selbst aus. Dass sie so ein Typ ist, wusste ich schon vorher. Das hat sie wohl von mir. Und jetzt konnte sie das alles loslassen. Der neue Kindergarten versöhnte sie mit dieser Vergangenheit, diesen Erfahrungen und überdeckte die schlechten Erfahrungen mit neuen tollen Erlebnissen, Freunden und Stunden. Bis zur Schule ging sie in diesen Kindergarten und auch unser Sohn folgte ihr dorthin und war selig. 

Hand in Hand in eine tolle Kita


Inzwischen wohnen wir wieder an einem anderen Ort. Unser Sohn musste leider auch die Erfahrung machen, dass nicht jeder Kindergarten gut ist. Denn auch ich habe was neues gelernt. Eine gute Leitung macht keinen guten Kindergarten, wenn einzelne Erzieherinnen ihre Philosophie nicht mittragen. Und so meldete ich ihn wieder ab. Er blieb 7 Monate bei mir zuhause. Wir lernten unser neues Zuhause und den neuen Ort kennen, die Tochter fühlte sich in der Schule ganz wohl und mit inzwischen drei Kindern schwor ich mir abermals: "Niemals werde ich eines meiner Kinder nochmal einer schlechten Einrichtung aussetzen!"

Ich halte dieses Versprechen. Inzwischen geht meine Sohn wieder mit Begeisterung in den Kindergarten, ist stolzer Vorschüler und findet endlich erste Freunde im neuen Wohnort. Die schlechten Erinnerungen bleiben aber. Bei uns allen. 


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Um nochmal die Frage zu stellen: Ist Fremdbetreuung jetzt Fluch oder Segen? 

Inzwischen beantworte ich diese Frage für mich so:
Fremdbetreuung kann ein großer Segen sein. Vor allem für Familien, die keine Hilfe von der Verwandtschaft haben oder auf jeden Cent angewiesen sind. Hier sollte man als Außenstehender immer sehr vorsichtig mit Urteilen sein. 
Oder man hat sich die Zeit mit Baby und Kleinkind vor der Geburt komplett anders vorgestellt, als sie es dann tatsächlich ist. Man hat das Gefühl einem fällt die Decke auf den Kopf, man vermisst die Selbstbestimmung und die Zeit, um sich geistig fit zu halten. All das sind, auch wenn nicht für alle nachvollziehbar, absolut akzeptable und gute Gründe, um sein Kind in Betreuung zu geben. Denn eines habe ich in den letzten 8 Jahren immer wieder lernen müssen: Nur Eltern, die sich auch um sich selbst und ihre Bedürfnisse kümmern, können ihrem Kind all das geben, was es  braucht. 

Aber Fremdbetreuung kann auch ein Fluch sein. Wenn Kinderbetreuung durch äußere Zwänge begründet ist, also wenn das persönliche Umfeld Mütter und Väter unter Druck setzt, ihr Kind frühzeitig oder überhaupt in Betreuung zu geben. Wenn es keine guten Einrichtungen in der Nähe gibt und die Eltern auf eine Betreuung angewiesen sind, weil nun mal beide arbeiten müssen. Oder wenn man alleinerziehend ist und keine familiäre Unterstützung hat, aber eigentlich viel lieber mit dem/den Kind(ern) zuhause bleiben würde. 

So viele Gründe es für oder gegen eine Betreuung gibt, so viele individuelle Hintergründe gibt es, warum Eltern diese in Anspruch nehmen oder auch nicht. Wichtig ist, nie zu vergessen, dass man nur seine eigene Geschichte kennt und nicht beurteilen kann, warum andere Eltern es anders machen. Daher gilt für mich an erster Stelle der Respekt vor der Entscheidung aller Eltern in diesem Thema. Woher soll ich wissen, ob die Nachbarskinder zuhause oder in der Kita besser aufgehoben sind? Ich kann es nicht und daher enthalte ich mich jeglichen Urteils. 

Auch den Erzieherinnen und Erziehern gegenüber ist es oft mehr als unfair, alle Einrichtungen und das dazugehörige Personal über einen Kamm scherend zu verteufeln. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern ganz viel dazwischen. 

In dem Sinne,

Leben und leben lassen. 

Eure Tanja

Mittwoch, 23. Januar 2019

Unser Schweden-Abenteuer - Teil 5

Auf zur letzten Etappe

Nach einer schier unendlich scheinenden Episode von Erkrankungen in unserer Familie, habe ich endlich die Möglichkeit meinen letzten Artikel zu unserer Schweden-Reise zu verfassen. Mit etwas Wehmut beende ich auch das Schreiben über dieses Erlebnis, denn nun scheint es endgültig zu Ende zu sein. Ein Trost bleibt... Die nächste Reise ist schon im Planung. 

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Die Stadt Gävle entließ uns mit einem wohligen Gefühl. Wir hatten uns dort unglaublich wohl gefühlt. Es war genau die richtige Mischung aus Kultur und Natur. Toben und Lernen im Gleichgewicht. 


Ein paar Stationen standen uns noch bevor. Zunächst ging es jedoch nochmal für ein paar Tage auf einen ruhig gelegenen Campingplatz, auf dem wir einfach ein paar Tage verbringen wollten, ohne gleich weiterzufahren. Unser Sohn sollte seinen fünften Geburtstag nicht auf der Straß verbringen. Die Wahl fiel auf Mariefreds Camping. Ein kleiner Campingplatz am Rande des Stockholmer Schärengebietes. In der gleichen Buch liegt auch das Gripsholms Slott, eines der Schlösser der schwedischen Königsfamilie. Vom Strand des Campingplatzes hat man einen schönen Blick auf den beeindruckenden Bau. 

Mariefreds Camping Badestelle

Das Wetter spielte auch hier nicht richtig mit, sodass wir das Baden für diese Reise langsam ad acta legten. Zumal die Schären deutlich kälter sind als abgeschlossene Gewässer. Zur Feier seines großen Tages wünschte sich das nunmehr offizielle Vorschulkind Grillen am Lagerfeuer mit Stockbrot und Würstchen. Also besorgten wir Kohle, Hefe und Mehl. Dann konnte es schon losgehen. Leider fing es, als die Glut am besten war und wir gerade auflegen wollten, an zu regnen. Unbeeindruckt davon, in Regenjacken verpackt, wurde weiterhin Stockbrot gegrillt und Würstchen gefuttert. 
Als der Regen nachließ stand als krönender Abschluss noch eine Partie Minigolf auf dem Programm. Ein rundum gelungener Geburtstag fand unser großer Sohn. 

Stockbrot ist das Beste

Nach insgesamt drei Nächten auf dem Campingplatz, in denen wir wieder Wäsche wuschen, die Kinder Freundschaften knüpften und viel Zeit beim Spielen verbrachten, reisten wir weiter zu den letzten Attraktionen, die wir unbedingt noch besuchen wollten. 

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Auf dem Weg nach Söderköping, unserem nächsten Ziel, machten wir kleinen Nachmittagsausflugs-Stopp in Julita Gård, wo wir das Zuhause von Pettson und Findus (auf Schwedisch heißt er nämlich nicht Petterson) besuchten. Aber dieses Freilichtmuseum hat viel mehr zu bieten, als nur dieses von Kindern geliebte Duo. Neben einem großen Garten mit unzähligen alten Apfelsorten, einem Imker, dem man bei der Arbeit zusehen kann und einem Bauerhof, auf dem man einerseits Tiere, andererseits die Geschichte der schwedischen Landwirtschaft anhand von Exponaten (Traktoren, Nachbauten von historischen Höfen, Werkzeuge zur Ernte, etc.) betrachten kann, gibt es dort auch ein großes Areal, auf dem historische restaurierte Gebäude begangen und angeschaut werden können. Die Kinden fanden es toll zu sehen, wie klein die Häuser damals waren und wie klein die Betten der Erwachsenen waren. Es war spannend die parallelen zu Deutschland zu sehen, aber auch die Unterschiede, die sich offenbarten. 

Pettersons Hof

Zuletzt, nach einem 3 Stündigen Erkunden des gesamten Parks, ging es zu Findus Spielscheune, die hinter einem kleinen romantisch eingerichteten Café liegt. Während wir einen Kaffee tranken und dem Baby bei Hochziehversuchen zuschauten, kicherte und lachte es aus der Scheune, in der gerade nur unsere Kinder drin waren. Neben Kostümen gibt es dort auch einen Maltisch, Spiele und einen Einkaufsladen, der bespielt werden kann. Es war ein richtig schöner sonniger Nachmittag, den alle genießen konnten. 

Findus Toilette - Pure Faszination
Am Abend erreichten wir müde, aber ziemlich zufrieden Söderköping, wo wir uns auf dem Stellplatz am Götakanal häuslich einrichteten, um an nächsten Tag in die bekannteste Eisdiele Schwedens zu gehen. Berüht ist diese Eisdiele wegen der unzähligen Sorten Eis und den bombastischen Eisbechern, die dort angeboten werden. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. 

Da selbst für uns Eis zum Frühstück ein bisschen zuviel des Guten war, haben wir uns am Vormittag des nächsten Tages erstmal die Stadt selbst angeschaut. Söderköping ist ein nettes Städchen, das vor allem durch den Götakanal teils recht touristisch ist. Dies aber vorwiegend entlang des Götakanals. Im Gästehafen ist das Servicehaus beherbergt, das auch von den Wohnmobilern genutzt werden kann. Besonders die Promenade hat uns mit den kleinen Cafés und Shops gut gefallen. Aber auch die Innenstadt ist sehr gemütlich, alles ist klein und unaufgeregt. Uns hat es dort gefallen. 

Die Eisdiele war aber natürlich der Höhepunkt des Tages. Denn zum "Mittagessen" gab es einen legendär großen Eisbecher für alle, die sich einen zutrauten. In weiser Voraussicht wählte unser großes Kind nur einen Kinderbecher mit drei Kugeln. Hätte sie nur ihre Weisheit mit mir geteilt. Denn von allen anderen, die sich einen "normalen" Eisbecher bestellt hatten, bezwang nur mein Mann seinen in Gänze. Der mittlere und ich kapitulierten nach der Hälfte und gingen gesenkten Hauptes aus dem Café. 

Trotzdem war es ein Erlebnis für alle. Die Eisbecher waren wunderschön angerichtet und schmeckten sehr sehr lecker. Den Zucker- und Eisschock akzeptiert man bei der Bestellung. Und anstatt Blumen sprechen zu lassen, lasse ich einfach die Bilder sprechen...

Gigantische Eisbecher und Kalorienverbrennung danach

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Auf dem Weg Richtung Göteborg, unserer letzten großen Station, lag eine unserer Hauptattraktionen, die Astrid Lindgrends Värld. Angesichts der Preise und dem noch teils lückenhaften Wissen unserer Kinder um all die vielen Geschichten, die diese unglaubliche Frau geschrieben hat, haben wir uns entschlossen, uns den Park in der Nebensaison anzuschauen.  Doch zunächst checkten wir auf dem Campingplatz in Vimmerby ein. Man merkte recht schnell, dass der Platz sich den Hype um Astrid Lindgren zu Nutze macht und auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist. Wirklich gemütlich fand ich ihn nicht. Es gibt ein recht großes Sanitärgebäude, in dem WC, Duschen und eine große Gemeinschaftsküche untergebracht war. 
Der See Nossen, an dem der Campingplatz liegt, ist sehr schön und ich denke, man kann dort gut baden gehen, wenn es denn warm ist. 

Der Nossen im Sonnenlicht

Nach einer Übernachtung ging es dann zum Freizeitpark, der trotz Nebensaison gut besucht war, jedoch verlief es sich auf dem großflächigen Gelände so gut, dass es nirgends größere Menschenansammlungen gab. 
Nach dem Eingangsbereich, in dem vor allem Geschäfte angesiedelt sind, kann man nach und nach die Welt der Figuren der Astrid Lindgren entdecken. Als erstes schauten wir uns Junibacken an: Madickens Zuhause. Ein liebevoller Nachbau in Kindergröße inklusive Steg und Fluss. Auf dem Steg stehend rätselten wir mit den Kinden, an welcher Stelle wohl dieser tiefe Graben ist, in dem Madita und Lisbeth beinahe ertrunken wären, wäre nicht Abbe, der Nachbarssohn gewesen, der die beiden rausgezogen hätte. 
Auch Pippis Anwesen, das Dorf und die Burg der Brüder Löwenherz und der Bereich, der Ronja gewidmet ist, hat uns riesig gefallen. Es war ein Erlebnis, alles in Ruhe ohne Menschengewimmel erkunden zu können. 

So viel zu entdecken...

Aber leider gab es auch Sachen, die wir nicht ganz so schön gestaltet fanden. Vor allem Bullerbü. Es war sehr klein, ohne die vielen schönen Details, die man aus den Büchern kennt. Weder die Schnur, an der sich die Mädchen Post schickten, noch die Große Eiche, über die die Jungs zueinander kletterten ist hier berücksichtigt worden. Ohne Schild hätten wir es kaum wiedererkannt. 

Insgesamt gesehen, war es sehr schön, in die Welten der Figuren Astrid Lindgrens eintauchen zu können. Wir werden es sicher noch einmal zur Hauptsaison besuchen, um die vielen Vorführungen zu sehen und auch in das ein oder andere Haus hineingehen zu können, das während der Nebensaison geschlossen ist. Empfehlenswert finde ich den Park jedoch erst für Kinder ab mindestens drei. Vorher ist es, meiner Meinung nach, noch zu früh, da vor allem auch viele Kletterbereiche, Rutschen, etc. pp. eher für größere Kinder geeignet sind. 


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Zuletzt ging es nach Göteborg, wo wir noch einmal ein bisschen den Charme dieser wirklich wunderschönen Großstadt genießen wollten. Auch ein wenig wehmütiges Erinnern an das letzte Mal mit damals nur zwei Kindern im Alter von 3 und 1 trieb uns nach Göteborg. Damals hatten wir auch einen Tagestrip dorthin gemacht und den wunderschönen Slottskogen mit seinem riesigen Spielplatz Plikta  für uns entdeckt. Gern hätten wir auch dieses Mal eine größere Runde durch den Park gedreht, da er noch so viel mehr als nur diesen Spielplatz bietet, aber leider hatten wir weniger Zeit und mussten zwei Programmpunkte an einem Tag miteinander vereinbaren. 

Slottskogen und Universeum

Der erste Programmpunkt war der Besuch des Universeums, einem sehr großen Museum, das neben unterschiedlichen wissenschaftlichen Ausstellungen, die für die Kinden ganz viele Aktivitäten bieten, auch einen kleinen Regenwald und einen großen Aquariumbereich einschließt. Wie der Name ja schon vermuten lässt, ist es der Versuch, ein universelles Museum zu bieten, das möglichst viele Themen unter einem Dach vereint. Dies ist unserer Meinung nach mehr als gelungen. 

Die Kinder konnten sehr viel selbständig erkunden und ausprobieren, wir Erwachsenen haben noch einiges dazugelernt und konnten wirklich entspannt mit den Kindern das Museum durchlaufen. Es ist einfach perfekt auf Familien mit Kindern jedes Alters eingerichtet. 
Das absolut beste Erlebnis für unserer Beiden war jedoch der Mint-Bereich, in dem, nach dem Absolvieren von 5 Aufgaben, die Möglichkeit bestand, mit Hilfe der Mitarbeiter, einen kleinen Ball oder Marienkäfer zu programmieren, und einen Parcours abfahren, bzw. ablaufen zu lassen. Während ich mit unserer Tochter als Team arbeitete, taten sich Vater und Sohn zusammen und hatten viel Spaß. 

Das Universeum steht für uns das nächste Mal wieder ganz oben auf der To-Do-Liste für Göteborg. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Die Preise sind zwar nicht unbedingt niedrig, aber wenn man es mit einem Zooeintritt in Deutschland vergleicht, befinden man sich ca. auf demselben Niveau. Dafür wird einem aber deutlich mehr geboten. 

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Von Göteborg aus tuckerten wir mit zwei weiteren Zwischenstopps bei gleichbleibend miesem Wetter an der Westküste zurück. Nochmal ans Meer, nochmal ein bisschen Camping ohne irgendwelche Pläne und einfach die gemeinsame Zeit genießen, bevor uns zuhause wieder die "Realität" mit all ihren Facetten erwartete. Wir schauten Filme, während sich draußen Regenströme auf unser Wohnmobildach ergossen. Wir aßen sehr viel schwedische Schokolade. Und wir freuten uns langsam aber sicher auch auf die ganzen Menschen, die uns zuhause erwarteten. Familie und Freunde. Es war summa summarum ein unvergleichliches Erlebnis, das wir so immer wieder wiederholen würden. Es hat uns zusammengeschweißt, uns zur Weißglut getrieben, uns mit den Marotten der Anderen versöhnt, oder auch nicht, es war einfach intensiv und schön. 

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr



Ich danke euch, dass ihr uns durch die einzelnen Artikel auf unserer Reise begleitet habt. 

Wie macht ihr das? Reist ist in der Elternzeit oder genießt ihr es einfach gemeinsam den Alltag zu erleben? 

In Vorfreude auf die nächste Reise,

Eure Tanja

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