Donnerstag, 1. Januar 2015

Das Jahr in dem aus dem Mäuschen eine Maus wird...

Ich weiß, es klingt sehr theatralisch und pathetisch, aber im Moment fühlt es sich auch so an. Mein Mädchen wird in wenigen Tagen 4 Jahre alt. V I E R Jahre. Unglaublich! Es ist so seltsam dieses zierliche, aber sehr laute Wesen anzusehen und zu verstehen, dass sie nun endgültig die Grenze zum Kind-Sein überschreitet. Sie ist kein Kleinkind mehr und auch sonst sieht man ihr nichts Babyhaftes mehr an. Sie ist nicht nur sehr groß, sondern auch sehr schlau für ihr Alter, sodass man manchmal vergisst, dass sie noch nur drei Jahre alt ist. Das ist wohl auch der größte "Vorwurf", den ich mir bei ihr machen kann. Dass ich ab und zu vergesse, dass dieser kluge und eloquente Mensch gerade mal die Kleinkindphase hinter sich gebracht hat und noch weit entfernt davon sein sollte, rational und logisch zu sein. Aber sie ist es so oft, dass wir manchmal staunen und gleichzeitig wehmütig werden.

Wahrscheinlich erzähle ich hier den meisten Muttis nichts Neues. Aber mich trifft es mit voller Wucht, zu erkennen, dass wir jetzt mit immer größeren Schritten eigene Wege gehen müssen. Sie ihre und ich meine. Immer ganz nah beieinander, aber doch nicht mehr so wie bisher. Das merkt man an so vielen Kleinigkeiten im Alltag, dass es sich schleichend einbürgert. Doch in ruhigen Momenten, in denen ich zwischen Uni, Haushalt und all dem anderen Zeug, mal zum Nachdenken komme merke ich die kleinen Schrittchen, die sie zwar noch an meiner Hand, aber lange nicht mehr mit soviel Unterstützung unternimmt. Alleine zum Geburtstag einer Freundin, in die Musikschule oder auch nur bei der Oma zu übernachten, ohne Gedanken an Mama und Papa. All diese kleinen Schritte beobachte ich und bin unheimlich stolz auf ihre Selbstvertrauen und ihre Souveränität die kleinen und großen Hürden zu meistern. Gleichzeitig möchte ich sie an mich drücken und ihr sagen, dass sie bei mir bleiben soll, damit wir keinen von den kostbaren Momenten, die wir zusammen haben, verpassen. 

Still und heimlich habe ich vor kurzem ausgerechnet, wann sie zur Schule gehen wird. Ich habe mich dabei bei dem Gedanken erwischt, dass es so gut ist, dass sie erst mit fast sieben zur Schule gehen wird. Noch ein bisschen mehr Kindheit und Unbeschwertheit, die ich mit ihr teilen kann. 

Ich freue mich auf jeden neuen Schritt in ihre Zukunft, den ich mit ihr gehen darf. Irgendwann wird der Punkt kommen, dass sie ihre Sachen packt und sich in die Welt hinauswagt. Dann, da bin ich mir soooo sicher, werde ich erstmal heulen wie ein Schlosshund. Aber bis dahin freue ich mich, wenn sie mir, nicht wissend, dass sie es in wenigen Jahren anders sehen wird, sagt, dass sie für immer bei mir und Papa wohnen will. Und das ihr kleiner heißgeliebter Bruder auch nicht ausziehen darf. :) 

Mein großes Kind, ich freue mich so sehr Teil deines Lebens zu sein. Ich hoffe, du kannst später auf viele glückliche Momenten mit uns zurücksehen und kommst auch noch mit 25 gerne mit deiner schmutzigen Wäsche am Wochenende zu uns, um dich ein bisschen Verwöhnen zu lassen.

 Wir lieben Dich, unsere süße, gar nicht mehr so kleine, Maus! 






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