Donnerstag, 2. April 2015

Und das Leben steht mal wieder Kopf!

Es ist ja nicht so, dass ich mich nicht daran gewöhnt habe, dass unser Leben nicht nach Schema F funktioniert. Die Anzahl unserer Umzüge kann ich nur noch mit Mühe abzählen, seit wir unser Häuschen haben, wird ständig umgebaut und umgestellt. Aktuell auch mal wieder. Aber dazu schreibe ich euch einen ausführlichen Beitrag. Unsere Kids bekommen neue bzw. eigene Zimmer. Unser Zwerg wohnt momentan noch in unserem Zimmer. Das soll sich jetzt ändern. Und auch die Große braucht ein neues Zimmer.

Doch darum soll es heute gar nicht gehen. Dass ich studiere, habe ich ja erzählt. Das werde ich auch noch das nächste Jahr machen. Dann bin ich hoffentlich fertig und werde mich entweder in einen Job oder ein Masterstudium stürzen. Leider mussten wir feststellen, dass für unser Lebenskonzept und unsere Ziele die Betreuungszeiten auf unserem beschaulichen Dörfchen nicht ausreichen. Unser Nesthäkchen ist ja bereits mit mir an der Uni und dort auch untergebracht. Das Problem war bisher immer, wie ich das mit der großen Maus machen soll. Selbst wenn ich sie zum frühstmöglichen Zeitpunkt bringe und zum Ende der Betreuungszeiten abhole, habe ich nur knapp 3,5 Stunden, in denen ich was für die Uni tun kann oder eben arbeiten. Wir wohnen nämlich ca. 35 km von der Uni weg. Außer Stress zu haben, schaffe ich an einem solchen Tag nicht wirklich viel.

Wir haben ewig nachgedacht, wie wir das Problem lösen sollen. Hier unsere Lösung:

Unsere Große kommt wieder mit mir in die Unistadt in die Kita und der kleine Bruder wechselt im Herbst auch in dieselbe Kita. Klingt doch eigentlich ganz einfach, NOT!!!



Der Kampf um einen Platz war schweiß- und manchmal auch tränentreibend. Nicht nur, dass ein Wechsel mit vier Jahren für ein Kind nicht ganz so einfach ist, es war auch beinahe unmöglich eine Einrichtung zu finden, in der beide Kinder zusammen untergebracht werden können. Dank der tollen Regelungen für unter Dreijährige, haben viele Einrichtungen keine Plätze mehr für über Dreijährige. Dazu kommt, dass man nur dann einen Anspruch auf einen Platz hat, wenn man in der Stadt auch wohnt. Dass man als Student eventuell nicht immer die Möglichkeit hat, auch am Uniort zu wohnen (vor allem angesichts der Wohnraumknappheit), scheint keinen bei der Verwaltung zu interessieren. Bis auf zwei Einrichtungen, die von der Uni oder dem Studentenwerk betrieben werden, fielen also alle anderen mit einem Schlag weg. Da half auch nicht diskutieren oder überzeugen. Regeln sind Regeln und können doch nicht flexibilisiert werden.... Nicht in unserem bürokratischen System.

Also bettelte, bat, flehte ich und versuchte zu bestechen. Aber vergebens. Wo kein Weg ist, kann selbst ich keinen pflastern. Nach vielen Email und vielen Telefonaten und der Hilfe wirklich herzensguter Frauen in der Kitaverwaltung haben wir schlussendlich einen Platz für beide Kinder bekommen. Zwar muss meine Große drei Monate auf ihren Bruder verzichten im Kindergarten, aber dann sind sie endlich vereint und wir haben eine Kita, in der ich nicht nur ein sehr gutes Gefühl habe, sondern auch die Möglichkeit bekomme, meinen Studialltag sinnvoll zu gestalten.

Wir bezahlen dann zwar zwei Ganztagesplätze, werden sie aber nicht voll nutzen. Der Heimweg, der beinahe eine Stunde in Anspruch nimmt und auch unser Bedürfnis trotzdem möglichst viel Zeit mit unseren beiden quirligen Zwergen zu verbringen, hat uns dazu bewogen sie nur bis zum frühen Nachmittag in der Kita zu lassen.

Wer Kinder im Alter unsere Maus hat, weiß, dass Kinder viel wert auf ihre aufgebauten Freundschaften legen und sehr traurig sind, wenn sie ihre Freunde nicht mehr so viel sehen können. Um dem vorzubeugen, wollen wir, als Mamis, feste Freundschaftstage einrichten, sodass sich in unserem Fall die Mädels weiterhin sehen und Zeit zusammen verbringen können. Unser wöchentliches Kinderturnen soll uns ebenso erhalten bleiben.

Fazit: Mama hat zwar immer noch ziemlich viel Stress, aber ihre beiden Kinder in der Nähe und mehr Zeit ihr Studium abzuschließen.

Kennt einer von euch solche Situationen? Wie seid ihr damit umgegangen?
Ich freue mich über jeden Kommentar und eure Erfahrungen!




Donnerstag, 1. Januar 2015

Das Jahr in dem aus dem Mäuschen eine Maus wird...

Ich weiß, es klingt sehr theatralisch und pathetisch, aber im Moment fühlt es sich auch so an. Mein Mädchen wird in wenigen Tagen 4 Jahre alt. V I E R Jahre. Unglaublich! Es ist so seltsam dieses zierliche, aber sehr laute Wesen anzusehen und zu verstehen, dass sie nun endgültig die Grenze zum Kind-Sein überschreitet. Sie ist kein Kleinkind mehr und auch sonst sieht man ihr nichts Babyhaftes mehr an. Sie ist nicht nur sehr groß, sondern auch sehr schlau für ihr Alter, sodass man manchmal vergisst, dass sie noch nur drei Jahre alt ist. Das ist wohl auch der größte "Vorwurf", den ich mir bei ihr machen kann. Dass ich ab und zu vergesse, dass dieser kluge und eloquente Mensch gerade mal die Kleinkindphase hinter sich gebracht hat und noch weit entfernt davon sein sollte, rational und logisch zu sein. Aber sie ist es so oft, dass wir manchmal staunen und gleichzeitig wehmütig werden.

Wahrscheinlich erzähle ich hier den meisten Muttis nichts Neues. Aber mich trifft es mit voller Wucht, zu erkennen, dass wir jetzt mit immer größeren Schritten eigene Wege gehen müssen. Sie ihre und ich meine. Immer ganz nah beieinander, aber doch nicht mehr so wie bisher. Das merkt man an so vielen Kleinigkeiten im Alltag, dass es sich schleichend einbürgert. Doch in ruhigen Momenten, in denen ich zwischen Uni, Haushalt und all dem anderen Zeug, mal zum Nachdenken komme merke ich die kleinen Schrittchen, die sie zwar noch an meiner Hand, aber lange nicht mehr mit soviel Unterstützung unternimmt. Alleine zum Geburtstag einer Freundin, in die Musikschule oder auch nur bei der Oma zu übernachten, ohne Gedanken an Mama und Papa. All diese kleinen Schritte beobachte ich und bin unheimlich stolz auf ihre Selbstvertrauen und ihre Souveränität die kleinen und großen Hürden zu meistern. Gleichzeitig möchte ich sie an mich drücken und ihr sagen, dass sie bei mir bleiben soll, damit wir keinen von den kostbaren Momenten, die wir zusammen haben, verpassen. 

Still und heimlich habe ich vor kurzem ausgerechnet, wann sie zur Schule gehen wird. Ich habe mich dabei bei dem Gedanken erwischt, dass es so gut ist, dass sie erst mit fast sieben zur Schule gehen wird. Noch ein bisschen mehr Kindheit und Unbeschwertheit, die ich mit ihr teilen kann. 

Ich freue mich auf jeden neuen Schritt in ihre Zukunft, den ich mit ihr gehen darf. Irgendwann wird der Punkt kommen, dass sie ihre Sachen packt und sich in die Welt hinauswagt. Dann, da bin ich mir soooo sicher, werde ich erstmal heulen wie ein Schlosshund. Aber bis dahin freue ich mich, wenn sie mir, nicht wissend, dass sie es in wenigen Jahren anders sehen wird, sagt, dass sie für immer bei mir und Papa wohnen will. Und das ihr kleiner heißgeliebter Bruder auch nicht ausziehen darf. :) 

Mein großes Kind, ich freue mich so sehr Teil deines Lebens zu sein. Ich hoffe, du kannst später auf viele glückliche Momenten mit uns zurücksehen und kommst auch noch mit 25 gerne mit deiner schmutzigen Wäsche am Wochenende zu uns, um dich ein bisschen Verwöhnen zu lassen.

 Wir lieben Dich, unsere süße, gar nicht mehr so kleine, Maus! 






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