Mittwoch, 23. Januar 2019

Unser Schweden-Abenteuer - Teil 5

Auf zur letzten Etappe

Nach einer schier unendlich scheinenden Episode von Erkrankungen in unserer Familie, habe ich endlich die Möglichkeit meinen letzten Artikel zu unserer Schweden-Reise zu verfassen. Mit etwas Wehmut beende ich auch das Schreiben über dieses Erlebnis, denn nun scheint es endgültig zu Ende zu sein. Ein Trost bleibt... Die nächste Reise ist schon im Planung. 

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Die Stadt Gävle entließ uns mit einem wohligen Gefühl. Wir hatten uns dort unglaublich wohl gefühlt. Es war genau die richtige Mischung aus Kultur und Natur. Toben und Lernen im Gleichgewicht. 


Ein paar Stationen standen uns noch bevor. Zunächst ging es jedoch nochmal für ein paar Tage auf einen ruhig gelegenen Campingplatz, auf dem wir einfach ein paar Tage verbringen wollten, ohne gleich weiterzufahren. Unser Sohn sollte seinen fünften Geburtstag nicht auf der Straß verbringen. Die Wahl fiel auf Mariefreds Camping. Ein kleiner Campingplatz am Rande des Stockholmer Schärengebietes. In der gleichen Buch liegt auch das Gripsholms Slott, eines der Schlösser der schwedischen Königsfamilie. Vom Strand des Campingplatzes hat man einen schönen Blick auf den beeindruckenden Bau. 

Mariefreds Camping Badestelle

Das Wetter spielte auch hier nicht richtig mit, sodass wir das Baden für diese Reise langsam ad acta legten. Zumal die Schären deutlich kälter sind als abgeschlossene Gewässer. Zur Feier seines großen Tages wünschte sich das nunmehr offizielle Vorschulkind Grillen am Lagerfeuer mit Stockbrot und Würstchen. Also besorgten wir Kohle, Hefe und Mehl. Dann konnte es schon losgehen. Leider fing es, als die Glut am besten war und wir gerade auflegen wollten, an zu regnen. Unbeeindruckt davon, in Regenjacken verpackt, wurde weiterhin Stockbrot gegrillt und Würstchen gefuttert. 
Als der Regen nachließ stand als krönender Abschluss noch eine Partie Minigolf auf dem Programm. Ein rundum gelungener Geburtstag fand unser großer Sohn. 

Stockbrot ist das Beste

Nach insgesamt drei Nächten auf dem Campingplatz, in denen wir wieder Wäsche wuschen, die Kinder Freundschaften knüpften und viel Zeit beim Spielen verbrachten, reisten wir weiter zu den letzten Attraktionen, die wir unbedingt noch besuchen wollten. 

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Auf dem Weg nach Söderköping, unserem nächsten Ziel, machten wir kleinen Nachmittagsausflugs-Stopp in Julita Gård, wo wir das Zuhause von Pettson und Findus (auf Schwedisch heißt er nämlich nicht Petterson) besuchten. Aber dieses Freilichtmuseum hat viel mehr zu bieten, als nur dieses von Kindern geliebte Duo. Neben einem großen Garten mit unzähligen alten Apfelsorten, einem Imker, dem man bei der Arbeit zusehen kann und einem Bauerhof, auf dem man einerseits Tiere, andererseits die Geschichte der schwedischen Landwirtschaft anhand von Exponaten (Traktoren, Nachbauten von historischen Höfen, Werkzeuge zur Ernte, etc.) betrachten kann, gibt es dort auch ein großes Areal, auf dem historische restaurierte Gebäude begangen und angeschaut werden können. Die Kinden fanden es toll zu sehen, wie klein die Häuser damals waren und wie klein die Betten der Erwachsenen waren. Es war spannend die parallelen zu Deutschland zu sehen, aber auch die Unterschiede, die sich offenbarten. 

Pettersons Hof

Zuletzt, nach einem 3 Stündigen Erkunden des gesamten Parks, ging es zu Findus Spielscheune, die hinter einem kleinen romantisch eingerichteten Café liegt. Während wir einen Kaffee tranken und dem Baby bei Hochziehversuchen zuschauten, kicherte und lachte es aus der Scheune, in der gerade nur unsere Kinder drin waren. Neben Kostümen gibt es dort auch einen Maltisch, Spiele und einen Einkaufsladen, der bespielt werden kann. Es war ein richtig schöner sonniger Nachmittag, den alle genießen konnten. 

Findus Toilette - Pure Faszination
Am Abend erreichten wir müde, aber ziemlich zufrieden Söderköping, wo wir uns auf dem Stellplatz am Götakanal häuslich einrichteten, um an nächsten Tag in die bekannteste Eisdiele Schwedens zu gehen. Berüht ist diese Eisdiele wegen der unzähligen Sorten Eis und den bombastischen Eisbechern, die dort angeboten werden. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. 

Da selbst für uns Eis zum Frühstück ein bisschen zuviel des Guten war, haben wir uns am Vormittag des nächsten Tages erstmal die Stadt selbst angeschaut. Söderköping ist ein nettes Städchen, das vor allem durch den Götakanal teils recht touristisch ist. Dies aber vorwiegend entlang des Götakanals. Im Gästehafen ist das Servicehaus beherbergt, das auch von den Wohnmobilern genutzt werden kann. Besonders die Promenade hat uns mit den kleinen Cafés und Shops gut gefallen. Aber auch die Innenstadt ist sehr gemütlich, alles ist klein und unaufgeregt. Uns hat es dort gefallen. 

Die Eisdiele war aber natürlich der Höhepunkt des Tages. Denn zum "Mittagessen" gab es einen legendär großen Eisbecher für alle, die sich einen zutrauten. In weiser Voraussicht wählte unser großes Kind nur einen Kinderbecher mit drei Kugeln. Hätte sie nur ihre Weisheit mit mir geteilt. Denn von allen anderen, die sich einen "normalen" Eisbecher bestellt hatten, bezwang nur mein Mann seinen in Gänze. Der mittlere und ich kapitulierten nach der Hälfte und gingen gesenkten Hauptes aus dem Café. 

Trotzdem war es ein Erlebnis für alle. Die Eisbecher waren wunderschön angerichtet und schmeckten sehr sehr lecker. Den Zucker- und Eisschock akzeptiert man bei der Bestellung. Und anstatt Blumen sprechen zu lassen, lasse ich einfach die Bilder sprechen...

Gigantische Eisbecher und Kalorienverbrennung danach

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Auf dem Weg Richtung Göteborg, unserer letzten großen Station, lag eine unserer Hauptattraktionen, die Astrid Lindgrends Värld. Angesichts der Preise und dem noch teils lückenhaften Wissen unserer Kinder um all die vielen Geschichten, die diese unglaubliche Frau geschrieben hat, haben wir uns entschlossen, uns den Park in der Nebensaison anzuschauen.  Doch zunächst checkten wir auf dem Campingplatz in Vimmerby ein. Man merkte recht schnell, dass der Platz sich den Hype um Astrid Lindgren zu Nutze macht und auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist. Wirklich gemütlich fand ich ihn nicht. Es gibt ein recht großes Sanitärgebäude, in dem WC, Duschen und eine große Gemeinschaftsküche untergebracht war. 
Der See Nossen, an dem der Campingplatz liegt, ist sehr schön und ich denke, man kann dort gut baden gehen, wenn es denn warm ist. 

Der Nossen im Sonnenlicht

Nach einer Übernachtung ging es dann zum Freizeitpark, der trotz Nebensaison gut besucht war, jedoch verlief es sich auf dem großflächigen Gelände so gut, dass es nirgends größere Menschenansammlungen gab. 
Nach dem Eingangsbereich, in dem vor allem Geschäfte angesiedelt sind, kann man nach und nach die Welt der Figuren der Astrid Lindgren entdecken. Als erstes schauten wir uns Junibacken an: Madickens Zuhause. Ein liebevoller Nachbau in Kindergröße inklusive Steg und Fluss. Auf dem Steg stehend rätselten wir mit den Kinden, an welcher Stelle wohl dieser tiefe Graben ist, in dem Madita und Lisbeth beinahe ertrunken wären, wäre nicht Abbe, der Nachbarssohn gewesen, der die beiden rausgezogen hätte. 
Auch Pippis Anwesen, das Dorf und die Burg der Brüder Löwenherz und der Bereich, der Ronja gewidmet ist, hat uns riesig gefallen. Es war ein Erlebnis, alles in Ruhe ohne Menschengewimmel erkunden zu können. 

So viel zu entdecken...

Aber leider gab es auch Sachen, die wir nicht ganz so schön gestaltet fanden. Vor allem Bullerbü. Es war sehr klein, ohne die vielen schönen Details, die man aus den Büchern kennt. Weder die Schnur, an der sich die Mädchen Post schickten, noch die Große Eiche, über die die Jungs zueinander kletterten ist hier berücksichtigt worden. Ohne Schild hätten wir es kaum wiedererkannt. 

Insgesamt gesehen, war es sehr schön, in die Welten der Figuren Astrid Lindgrens eintauchen zu können. Wir werden es sicher noch einmal zur Hauptsaison besuchen, um die vielen Vorführungen zu sehen und auch in das ein oder andere Haus hineingehen zu können, das während der Nebensaison geschlossen ist. Empfehlenswert finde ich den Park jedoch erst für Kinder ab mindestens drei. Vorher ist es, meiner Meinung nach, noch zu früh, da vor allem auch viele Kletterbereiche, Rutschen, etc. pp. eher für größere Kinder geeignet sind. 


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Zuletzt ging es nach Göteborg, wo wir noch einmal ein bisschen den Charme dieser wirklich wunderschönen Großstadt genießen wollten. Auch ein wenig wehmütiges Erinnern an das letzte Mal mit damals nur zwei Kindern im Alter von 3 und 1 trieb uns nach Göteborg. Damals hatten wir auch einen Tagestrip dorthin gemacht und den wunderschönen Slottskogen mit seinem riesigen Spielplatz Plikta  für uns entdeckt. Gern hätten wir auch dieses Mal eine größere Runde durch den Park gedreht, da er noch so viel mehr als nur diesen Spielplatz bietet, aber leider hatten wir weniger Zeit und mussten zwei Programmpunkte an einem Tag miteinander vereinbaren. 

Slottskogen und Universeum

Der erste Programmpunkt war der Besuch des Universeums, einem sehr großen Museum, das neben unterschiedlichen wissenschaftlichen Ausstellungen, die für die Kinden ganz viele Aktivitäten bieten, auch einen kleinen Regenwald und einen großen Aquariumbereich einschließt. Wie der Name ja schon vermuten lässt, ist es der Versuch, ein universelles Museum zu bieten, das möglichst viele Themen unter einem Dach vereint. Dies ist unserer Meinung nach mehr als gelungen. 

Die Kinder konnten sehr viel selbständig erkunden und ausprobieren, wir Erwachsenen haben noch einiges dazugelernt und konnten wirklich entspannt mit den Kindern das Museum durchlaufen. Es ist einfach perfekt auf Familien mit Kindern jedes Alters eingerichtet. 
Das absolut beste Erlebnis für unserer Beiden war jedoch der Mint-Bereich, in dem, nach dem Absolvieren von 5 Aufgaben, die Möglichkeit bestand, mit Hilfe der Mitarbeiter, einen kleinen Ball oder Marienkäfer zu programmieren, und einen Parcours abfahren, bzw. ablaufen zu lassen. Während ich mit unserer Tochter als Team arbeitete, taten sich Vater und Sohn zusammen und hatten viel Spaß. 

Das Universeum steht für uns das nächste Mal wieder ganz oben auf der To-Do-Liste für Göteborg. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Die Preise sind zwar nicht unbedingt niedrig, aber wenn man es mit einem Zooeintritt in Deutschland vergleicht, befinden man sich ca. auf demselben Niveau. Dafür wird einem aber deutlich mehr geboten. 

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Von Göteborg aus tuckerten wir mit zwei weiteren Zwischenstopps bei gleichbleibend miesem Wetter an der Westküste zurück. Nochmal ans Meer, nochmal ein bisschen Camping ohne irgendwelche Pläne und einfach die gemeinsame Zeit genießen, bevor uns zuhause wieder die "Realität" mit all ihren Facetten erwartete. Wir schauten Filme, während sich draußen Regenströme auf unser Wohnmobildach ergossen. Wir aßen sehr viel schwedische Schokolade. Und wir freuten uns langsam aber sicher auch auf die ganzen Menschen, die uns zuhause erwarteten. Familie und Freunde. Es war summa summarum ein unvergleichliches Erlebnis, das wir so immer wieder wiederholen würden. Es hat uns zusammengeschweißt, uns zur Weißglut getrieben, uns mit den Marotten der Anderen versöhnt, oder auch nicht, es war einfach intensiv und schön. 

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr



Ich danke euch, dass ihr uns durch die einzelnen Artikel auf unserer Reise begleitet habt. 

Wie macht ihr das? Reist ist in der Elternzeit oder genießt ihr es einfach gemeinsam den Alltag zu erleben? 

In Vorfreude auf die nächste Reise,

Eure Tanja

Montag, 31. Dezember 2018

Und wieder ein Jahr vergangen... 2018, Ade!

Jahresrückblick 2018

Wieder ist es soweit. Die Kinder freuen sich schon das ganze Jahr auf den Abend, an dem sie mindestens bis Mitternacht wach bleiben dürfen und es traditionell Raclette gibt. Die letzten Jahre haben wir mit sehr lieben Freunden gefeiert. Dieses Jahr ist vor allem das große Mädchen sehr traurig, nicht mit ihrer besten Freundin feiern zu können. Aber da bei unseren Freunden diesen Herbst das vierte Kind in die Familie gepurzelt ist, gehen sie es ruhiger an. Und wir (zumindest die Erwachsenen) freuen sich auf einen ruhigen, entspannten Abend mit Spielen, ausgedehntem Essen (ja das funktioniert bei unseren Kindern wunderbar... aber nur bei Raclette :)) und dem ein oder anderen kleinen Drama, weil die Kinder dann doch müder sind als erwartet. 

Doch bevor wir uns an den Tisch setzen und die Nervosität unserer Kinder ins Unermessliche steigen wird, möchte ich mich an die lauten und ruhigen, die aufregenden und langweiligen, die fröhlichen und die traurigen Momente erinnern. Die Meilensteine, die erreicht wurden, die Veränderungen, die unser Leben geprägt haben und die wundervollen richtigen Teile unseres Lebens, die gleich geblieben sind. 

So einen Rückblick habe ich bisher nur mündlich, mit meinem Mann auf dem Sofa sitzend gemacht. Daher ist es für mich eine schriftliche Premiere. Ich hoffe, dass ich nicht in Lamentieren verfalle, das hat mir schon mein Deutschlehrer in der Oberstufe angekreidet. 


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Januar 

Unser Jahr begann, wie schon gesagt, im Kreise unserer Freunde und deren Freunden, mit vielen Kindern (ich glaube es waren 10 oder 11) und vielen schönen Gesprächen und Spielen. Wir haben dort in unserem damals ganz neu zur Familie gekommenen Wohnmobil übernachtet, sodass unsere kleiner Zwerg mit seinen zwei Monaten gut und lange ausschlafen konnte. 

Wie jeden Januar, feierten wir auch dieses Jahr wieder den Geburtstag unserer großen, aber vor allem großartigen Tochter. Auch wenn es schon der 7. Geburtstag ist, legt sie (zum Glück) noch Wert darauf, dass ich mich um die Planung ihrer Kinderfeier kümmere. Dieses Jahr, ganz im Sinne meines Studiums, war es eine Mittelalter-Party, zu der Rittersleut, Burgfräulein und Minnesänger gerufen waren. Mit Spielen wie Drachenschießen und Murmelralley versuchten wir es so einfach zu halten, wie es die Kinder im Mittelalter hatten. Am Ende des Tages hatte es keine Tränen gegeben, mein Mann hat mal wieder das perfekte Essen für die hungrigen Mäuler vorbereitet und das Baby hat sich vom Trubel nicht verunsichern lassen. 

Vor dem Renovieren nochmal richtig austoben und Wände anmalen


Direkt nach dem Geburtstag haben wir eine Großbaustelle eröffnet. Da unser Haus, das wir erst seit Sommer 2017 bewohnen, noch komplett renoviert werden muss, hatten wir uns zunächst um die Kinderzimmer und unser Schlafzimmer gekümmert und die restlichen Räume auf 2018 und 2019 verschoben. So war nun das Wohnzimmer und der Flur dran. Natürlich hat es länger gedauert als gedacht, aber immerhin hatten wir das Wohnzimmer bis Ende Januar fertig, der hässliche Teppich war raus und unser heißgeliebter Boden zog ein. 

Der größte Negativpunkt des Monats war für uns der Moment, in dem wir verstanden, dass die Eingewöhnung unseres Kindes im Kindergarten gnadenlos gescheitert war und wir ihn aus dem Kindergarten abmelden müssen, damit seine kleine Seele nach Umzug, Abschied von den besten und ersten Freunden und dem neuen Zuhause, nicht noch mehr Schaden nimmt. Zum Glück fanden wir einen Kindergarten, der uns zusagte und uns einen Platz ab September anbieten konnte. Die nächsten sieben Monate werden wir zuhause verbringen. Ein Hoch auf die Elternzeit und die Möglichkeit so bei meinen Kindern zuhause bleiben zu können. 

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Februar 

Der Februar dümpelte so vor sich hin mit kleineren Highlights, wie dem ersten lauten Babylachen des Kleinsten, der seine Schwester zum Schreien lustig fand, den ersten Schlittschuh-Versuchen derselben und dem ersten Besuch des Mittleren beim Barber-Shop mit dem Papa zusammen. 


Erste Versuche auf dem zugefrorenen Gartenteich

Für Begeisterung und Tränen hat die an Fasnacht in unserem Wohnort stattfindende Veranstaltung gesorgt, bei der zwei, nach Alter gebildete, Gruppen von Kindern von einem Geschäft/Privathaus zum nächsten ziehen und vor dem Haus Fasnachtssprüche oder -lieder zum Besten geben und dafür mit einem Haufen Süßkram beworfen werden, den sie sammeln und dann in großen Taschen nach Hause tragen. Das Urteil über dieses Fest fiel bei unseren Großen unterschiedlich aus. Während das eine Kind vor Begeisterung kaum zur Ruhe kommen konnte, war das andere Kind gnadenlos von dem Lärm, den vielen Menschen und dem von oben auf den Kopf hagelnden Süßigkeiten überfordert und hat sich für 2019 schon mal vorgenommen, auf keinen Fall mit zu laufen.

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März

Dieser Monat ist meiner. Ich werde wieder ein Jahr älter. Was ich inzwischen zu spüren meine. Aber wie dem auch sei, wie jedes Jahr überraschte mich mein Mann mit einem Kuchen oder einer Torte zum Niederknien. Ich bin dankbar für meinen Schnapszahl-Geburtstag im Kreise meiner inzwischen fünfköpfigen Familie und die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres.

Während ein Kind sich mit der Optimierung seiner Linkshändigkeit bei einer großartigen Ergotherapeutin beschäftigte, genoss ich die dreiviertel Stunde nur mit dem Baby im Wartezimmer. Ich stillte, kuschelte und konnte am Ende dieser viermonatigen Therapieeinheit, meinem schon sitzenden Baby beim Spielen in eben diesem Wartezimmer zuschauen. 

Zuletzt begingen wir Ostern, wie jedes Jahr mit den Großeltern, die zwei Stunden entfernt wohnen. Und so glitten wir im Ostereiertrubel in den April über. 

Osterspaziergang mit Oma und Opa an einem der vielen wunderschönen Seen Bayerns

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April

Ganz im Sinne des beginnenden Frühlings widmeten wir uns unserem schönen, aber optimierbaren Garten, indem wir zunächst den in Gestrüpp und Efeu versunkenen Teich hoben. Als wir das Haus gekauft hatten, wussten wir nicht mal, dass da ein Teich ist. Wir genossen die ersten Kugeln Eis und eröffneten die Grillsaison. 

Der Teich ist weg. Die Archäologen kommen. 

Eine meiner Cousinen heiratete und so waren wir seit langem mal wieder ganz schnieke und herausgeputzt auf einer großen Hochzeit. Die Kinder fanden es toll mit den anderen Kindern zu spielen und Quatsch zu machen und die Hotel- und Restaurantleiterin war eine alte Bekannte, die selbst drei Kinder hat und dafür den perfekten Rahmen bot. So wurde das Fest zu einem großen Erfolg und wir fielen spät in unsere Wohnmobilbetten.  

Das große Kind wünschte sich schon lange den geliebten Patenonkel in Erlangen zu besuchen und so wagten wir unsere erste längere Fahrt mit dem Wohnmobil. Gemeinsam mit Onkel und seiner lieben Freundin eroberten wir das Schluss Thurn und waren so begeistert, dass wir für den Frühling 2019 eine Wiederholung einplanen. 
Außerdem hatten wir die tolle Möglichkeit, einen Kindergartenfreund unserer beiden Großen, den sie noch vom alten Kindergarten kennen, zu besuchen. Die Wiedersehensfreude war groß und auch wir Mamas unterhielten uns gut und freuten uns mit den Kindern. 

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Mai

Im Wonnemonat ging es dann in den wohlverdienten Urlaub nach Italien. Freunde hatten uns eingeladen, mit Ihnen eine Woche auf einem Campingplatz am Lago Mergozzo zu verbringen, so dass unsere Kinder Zeit zusammen verbringen konnten und wir Eltern auch mal jemanden für eine Runde Bohnanza oder ähnliches hatten. Der Urlaub war eigentlich ein ziemliches Gegenmodel zu dem, wie wir normalerweise Urlaub machen, aber wir wollten es dennoch versuchen. Es war ein sehr touristisch geprägter Platz mit vielen Aktivitäten für Kinder und teilweise auch für die Erwachsenen. Wir wollten dem aber eine Chance geben. Das Fazit fiel durchmischt aus: Die Kinder fanden es toll, da sie natürlich ihre Freunde dort hatten und viel Zeug ausprobieren konnten. Außerdem hat sich der Mittlere endlich getraut Fahrrad zu fahren und verbrachte Stunden damit, über den Platz zu kurven. Wir Erwachsene fanden es ziemlich langweilig. Haben uns aber damit arrangiert und dafür das leckere italienische Essen, das wir selbst zubereiteten, genossen. Das Highlight für uns alle war jedoch eine 14km lange Wanderung, bei der wir viele Höhenmeter durch viele kleine Ortschaften zurücklegten und eine wunderschöne beeindruckende Natur erleben durften. 
Eine urige Kleinstadt Italiens, die wir durchwandert haben.

Unser Sohn hat kurz von dem Urlaub seine Leidenschaft für Schach entdeckt, die uns von dann an bis heute begleitet. Inzwischen ist er wirklich recht gut darin und sucht immer wieder nach geeigneten Gegnern. 

Den Rest der Pfingstferien verbrachte mein Mann auf einem Kleinbagger, mit dem er unseren Garten komplett umgestaltete. Ich bin immer noch super stolz auf meinen Mann, dass er ohne jegliche Vorerfahrung unseren Garten umgrub, neu strukturierte und aus wunderschönen Flusssteinen Trockenmauern einsetzte, sodass die Kinder nun eine ebene Fläche für Ballspiele haben. Aus einer durchgehenden Schräge sind nun drei Ebenen entstanden, sodass wir den Garten nun besser nutzen können. 

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Juni

Pünktlich zum Geburtstag meines Mannes entschied das Baby das Sitzen zu lernen. Das war für uns alle ein großes Geschenk, da es doch für alle inzwischen unangenehm wurde, dass das Baby voller Unmut über alles schimpfte, was es doch so viel lieber im Sitzen gemacht hätte. 

Das Wetter war großartig und so konnten wir viel und oft Baden gehen. Und während das eine Kind die ersten Sprünge vom 3m Turm übte, versuchten wir das andere Kind vom Betreten des Wassers zu überzeugen. Leider meist vergeblich. Dafür war das Baby vom kühlen Nass sehr begeistert. 

Für die Kinder war das städtische Kinderfest das große Erlebnis des Monats. Dort konnte vieles gemacht und gewonnen werden. Kästenklettern, Hämmern mit den Pfadfindern, Torwandschießen,  Barfuß-Fühl-Pfad, all das uns viel mehr waren die Stationen, die die Kinder machen mussten, um sich am Ende ein Geschenk abholen zu können. Das ganze Fest war so schön durchdacht und auf Kinder ausgerichtet, dass es eine große Freude war, den Kindern zuzusehen, wie sie lauter neue Dinge ausprobieren durften. 

Je höher, desto besser.
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Juli

Der Juli war ziemlich turbulent. In jeglicher Hinsicht. 

Zunächst haben wir den Garten fertig gemacht und endlich Gras gesät (Keine gute Idee im Jahrhundertsommer). Der nicht nutzbare Garten hat das Leben leider so sehr nach drinnen verlagert, dass es manchmal sehr anstrengend war. Aber draußen war es so heiß, dass wir es nicht lange aushielten. Und mit Baby die ganze Zeit im Freibad sitzen war auch nicht das Wahre. Vor allem, weil das Baby auf der Überholspur schnell noch Stehen lernen musste. 

In der Dauerhitze vor mich hin schmorend, kam dann eines zum anderen und in einer stressigen Situation, Baby schrie im Kindersitz, weil zu heiß, Sohnemann kaute mir ein Ohr ab und die Tochter versuchte immer wieder mal eine Info einzuwerfen, habe ich das Auto eines Nachbarn beim Ausparken angefahren. Und dann auch noch eines der schicksten Autos der Straße. Ich hoffe, dass er es mir inzwischen verziehen hat. Repariert ist es inzwischen. 

Nach diesem Fauxpas habe ich mich auf die Vorbereitungen für unsere sommerferienlange Reise nach Schweden gestürzt. Wir alle waren voller Vorfreude und Aufregung. Mein Mann entwarf eine Excel-Tabelle mit der Reiseroute. Ich entwarf die Packlisten. So machte jeder, was er am besten konnte. 

Das "Bächtlefest" ist hier das große Stadtfest, bei dem die ganze Stadt mitwirkt. Die Schulen, die Kindergärten, die Vereine, einfach alle helfen zusammen. Es gibt einen Jahrmarkt, Auftritte des Schulchors, bei dem unsere stolze Erstklässlerin brillierte, Openair-Konzerte und einen Umzug durch die Innenstadt, bei dem unsere Tochter von der Schule aus mit lief. Diese Tradition, die alle so miteinander verbindet und Gemeinschaft fördert, gefällt mir an unserem Ort mit am besten. 


Bächtlefest

Zu guter letzt musste ich mir noch zwei Tage vor der Abreise nach Schweden meinen Zeh brechen, sodass ich noch einen weiteren Bereich unserer Stadt kennenlernen durfte: Die Notaufnahme. Wie auch noch ein weiteres Mal in diesem Jahr, aber davon später.

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August

Den August verbrachten wir, wie ich ja zu größeren Teilen berichtet habe, komplett in Schweden. Wer nachlesen mag, kann das hier tun: 

Schweden 

Teil 4

Anfang Januar berichte ich noch vom letzten Teil unserer Reise. Summa summarum war es eine wundervolle Erfahrung mit vielen besonderen Momentan und einem ganz anderen Leben, als das, was wir tagtäglich führen. Wir haben uns alle nochmal von einer anderen Seite kennengelernt.


Astrid Lindgrens Värld


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September

Nach unserer Rückkehr aus Schweden brauchten wir erst mal ein paar Tage, um anzukommen, bevor die Familie zum großen Nachfeiern des 5. Geburtstags unseres Sohnes geladen war. Es war ein wundervoller Tag und wir genossen, all diese Menschen um uns zu haben. Auch der Kindergeburtstag wurde unter dem Motto "Star Wars" nachgeholt, der wegen Krankheit recht klein ausfiel, aber unseren Sohn trotzdem glücklich machte. 

Niemand bäckt besser als Papa

Die wichtigste Veränderung war der Neubeginn unseres Sohnes im Kindergarten. Bange war es mir, als ich daran dachte. Doch zu meiner großen Erleichterung fühlte er sich sofort wohl und wir machten eine kurze, aber sanfte Eingewöhnung. Ich bin unendlich dankbar für diese Erfahrung. Er hat wieder Vertrauen gefasst, dass es nette Erzieherinnen gibt, die ihn ernst nehmen und ihn hören. 

Und während unsere Große mit einer unglaublichen Selbstverständlichkeit wieder in die Schule ging, lief das Leben wieder an. Der Alltag hatte uns in vielen Bereichen wieder zurückerobert. 

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Oktober

Dieser Monat war zur Abwechslung sehr unspektakulär. Das Leben dümpelte gemütlich vor sich hin und wir brachten neue Routinen in unser Leben mit immer mobiler werdendem Babysohn. 

Die beiden großen Kinder hatten ihr erstes Fußballturnier mit ihren Mannschaften. Die Aufregung war groß und die Erleichterung, dass es geschafft war umso größer. Aber auch die Ernüchterung, dass sie noch ganz am Anfang stehen und viel trainieren müssen. 

Wie die Profis.

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November

Wieder ein Feiermonat. Unser Baby wurde ein Jahr alt und damit offiziell ein Kleinkind. Kurz vor seinem  Geburtstag lernte er laufen. Mit Begeisterung erschloss er sich unser Zuhause auf zwei Beinen und schien sich nicht genug darüber wundern zu können, wie anders es von da oben alles aussieht. 

Der obligatorische, städtische Martinsumzug, den ich (so ehrlich bin ich mal) eigentlich nicht mehr bräuchte, wurde abgearbeitet und mit Freude der Umzug des Kindergartens erwartet, der viel schöner war und auch toll organisiert worden war. Mein Sohn hatte eine Riesenfreude daran, mit einer anderen Vorschülerin Hand-in-Hand Lieder singend durch die Straßen zu ziehen. So gelöst hatte ich ihn schon lange nicht mehr im Zusammenhang mit Kindergarten erlebt und mir schwoll das Herz vor Freude. 

Das schönste Erlebnis des Monats war jedoch der Theaterbesuch des Stückes "Brüder Löwenherz", den der Papa mit den beiden großen Kids unternahm. Nachdem wir im Sommer in der Astrid Lindgrens Värld gewesen waren (dieser Teil unserer Reise fehlt noch), hatten die Kinder die Kulisse, die man dort erkunden konnte , noch präsent in ihren Köpfen und so war es ein ganz besonderes Theaterstück für sie. Das Theater Konstanz hat das großartig ausgerichtet. 

Meet and Greet mit einem Reh im Wild- und Freizeitpark Allensbach.

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Dezember

Und schon war der letzte Monat des Jahres gekommen. Diesen Monat versuchen wir meist ruhig zu gestalten, damit wir nicht im Trubel untergehen. Es ist für die Kinder sowieso immer sehr aufregend. 

Wir unternahmen nicht wirklich viel, buken Plätzchen, spielten und dekorierten die Bude. Die Adventskalender wurde mit Spannung geöffnet und bespielt. 

Mittendrin statt nur dabei. 

Bei einem Besuch der Großeltern machten wir einen Abstecher in das Museum Mensch und Natur in München und fühlten uns, wie immer dort, sehr wohl, da hier Kinder ganz oben auf der Publikumsliste stehen. Sie können dort so vieles selbst entdecken und erfahren. Lesende und nicht lesende Kinder gleichermaßen. 

Weihnachten begingen wir ganz ruhig mit der Oma der Kinder, die in der Einliegerwohnung unter uns wohnt. Verbrachten Zeit mit der Familie meines Bruders und fuhren für zwei Tage zu den Großeltern, wo sich alljährlich die Familie meines Mannes versammelt und Weihnachten feiert. Es waren schöne, ruhige Feiertage. So ruhig wie seit langem nicht mehr. 

Das Jahr endet für uns nicht ganz so schön, da eines unserer Kinder auf die letzten Tage noch eine Lungenentzündung entwickelt hat. So wird auch der heutige Tag ein ruhiger. Es wird gepuzzelt, geklettert auf dem neuen Pickler Dreieck, dass der Opa dem Jüngsten zu Weihnachten gebaut hat und aufgeregt durch die Gegend geflitzt. Emotionale Berg- und Talfahrten inklusive. Heute Nacht werden wir uns in den Arm nehmen und uns auf ein weiteres gemeinsames Jahr freuen. In der Hoffnung auf Gesundheit, Freude, gute Schultage und die letzten Kindergartenerfahrungen, Fortschritten am Haus und vor allem viel Zeit füreinander. Es wird sich sicher wieder vieles Verändern. Doch Angst macht mir das keine. Man wächst mit seinen Herausforderungen. 

In diesem Sinne, euch allen einen wundervollen Rutsch aus dem Jahr 2018 in das Jahr 2019. 

Liebe Grüße

Tanja

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Sticken war gestern...

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...heute ist Kleben angesagt

Wer kennt das Problem nicht... Kinderturnen, 23 Kinder rennen durch die Garderobe, 23 rot angelaufene Mütter/Väter rennen ihnen hinterher und versuchen ihnen die Klamotten anzuziehen. Dabei wirbelt das ein oder andere durcheinander. Wem gehörte nun die Hose der aktuellen Tchibo-Kollektion? Luca oder Finn? Hm, in der Hoffnung die richtige Hose erwischt zu haben, verlassen 23 verschwitzte und ausgepowerte Mütter die lokale Turnhalle.

Naja, ganz so schlimm habe ich es bisher nicht erlebt. Aber es gab durchaus die ein oder andere Geschichte, wo ich mir nach einem Kurs oder beim Abholen meiner Tochter von der Schule nicht ganz sicher war, ob wir nun unsere Mütze dabei haben oder ob es die Mütze von einer ihrer Klassenkameradinnen ist. Schließlich kaufen viele Eltern im Ort bei denselben Geschäften ein. Da kommt es recht häufig zu den gleichen Outfits.

Jahrelang habe ich mir das Geld gespart professionelle Namensetiketten zu kaufen, da ich mir dachte, dass ich es nicht bräuchte. Aber je mehr Mützen im Kindergarten spurlos verschwanden und je häufiger ich von ursprünglich zwei Turnschläppchen nur noch eines nach dem Kinderturnen zurückbekam, desto mehr dachte ich darüber nach, dass es sich  eventuell doch lohnen könnte, die ganze Chose mal auszuprobieren.

Und dann googelt man personalisierbare Namenssticker für Kinder. Und was sieht man. Unglaublich viele Anbieter. Welchen wählt man denn da? Nuja, ich habe es mir versucht einfach zu machen. Ich habe mir die Preise, die Konfiguratoren und die Versandkosten angeschaut und mich entschieden StickerKid zu testen.

Überzeugt hat mich in erster Linie die Schlichtheit der Seite und die einfach Bedienung des Konfigurators. Außerdem passten die dort angebotenen Sets besser zu unseren Bedürfnissen. Damals die anstehende Einschulung unserer Tochter. 

Heute möchte ich gern über unsere bisherigen Erfahrungen mit den individuellen Namensstickern für unsere Kinder berichten. Jetzt ein Jahr nach der Bestellung unseres ersten Sets (selbst bestellt, selbst bezahlt), hat mir StickerKid ein Set zum Testen für unseren Sohn zugesandt. Ich kann euch also sowohl unsere Langzeitergebnisses als auch das Resultat des aktuellen Einsatzes berichten. Aber nun der Reihe nach...


So wird nichts mehr verwechselt

Mein persönliches Testergebnis

1. Die Auswahl...


... ist groß. Daher habe ich mich bei meiner Tochter, einfach um die Namensetiketten zu testen, für das Paket "M" entschieden. Darin enthalten waren kleine Aufkleber für Stifte, größere Aufkleber für Brotdosen, Flasche, etc., Schuhaufkleber und Bügeletiketten für Kleidung. Dieses Set schien mir sowohl von der Anzahl als auch von der Auswahl optimal für die Schulausrüstung unserer Tochter geeignet zu sein. 

Je nachdem, welches Vorhaben man mit den Namensaufkleber hat, gibt es unterschiedliche Sets, von Basis bis Größe "XL", oder eben auch alle unterschiedlichen Etiketten einzeln. 

2. Die Gestaltung...

...habe ich mir schwieriger vorgestellt. Aber durch die Übersichtlichkeit konnte ich entspannt mit meiner Tochter damals und mit meinem Sohn heute die Etiketten gestalten hinsichtlich Farbe des Hintergrundes, der Schrift und welches Logo die Etiketten zieren sollte. 

As simple as possible
Man hat die Wahl zwischen vielen verschiedenen Kategorien was die Logos anbetrifft, so zum Beispiel Fahrzeuge, Tiere, Trend, Superhelden, etc., sodass jedes Kind etwas finden kann, was zu ihm passt. Wie man sieht, hat mein Sohn sich für die Fahrzeug-Kategorie entschieden. Wir wollen ja hier keine Klischees bedienen, aber nun so ist es eben. 
Neben den Farben kann man noch zwischen diversen Schriftarten auswählen und dadurch ein maximal personalisiertes Produkt erstellen. 

3. Bestellung...

...geht genauso einfach. Aber ganz ehrlich, das schafft man auch ohne Bericht. Daher nur so viel: Viele Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der Bezahlung ohne Aufpreis. 

4. Lieferung...

...kostet € 1,50. Immer. Unabhängig vom bestellten Volumen. 

In unserem Fall kam die Bestellung nach 4 Tagen. Das war für mich absolut ok, auch wenn ich natürlich am liebsten alles direkt in den Händen hielte, wenn ich grad bestellt habe. Aber ein personalisiertes Produkt muss halt auch erst mal hergestellt werden. 

Zum Vergleich, was sich zwischen 2017 und 2018 bei StickerKid verändert hat, habe ich euch das aktuelle und das Set unserer Tochter fotografiert. 

Aktuelles Set 


Set meiner Tochter von 2017 

Die beste Veränderung für mich ist ganz praktisch, die im Umschlag integrierte Anleitung für alle Arten der Sticker. So hat man zur Verarbeitung direkt alles zur Hand. 

5. Qualität und Verarbeitung

Optisch sind die Aufkleber ein Hingucker. Sie haben einen leichten Glanz, sind aber aus jeder Richtung gut lesbar. Die Farben sie klar, aber weder grell noch zu seicht. Schriftbild ist sauber. 

Die Stiftetiketten sind wirklich perfekt für Stifte. Bisher hatten wir keine Stiftform oder -beschaffenheit, die nicht mit den Stickern zusammenpasste. Aber es ist schon eine Fleißarbeit 10-20 Stifte fein säuberlich zu bekleben. Dafür können die Sticker natürlich nichts, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen. 


Schlicht und funktional 

Die Schuhaufkleber sind schön groß und passen aufgrund der Form perfekt auf den Fersenbereich der Innensohle. Am besten nimmt man die Sohle zum Bekleben raus. Dann kann man den Aufkleber gut glattstreichen und besser positionieren. Die Aufkleber in den erste Sportschuhen meiner Tochter leuchteten mir erst vor kurzem in unverändertem Zustand beim Aussortieren der zu kleinen Schuhe entgegen. Der Aufkleber hat sich nicht aufgerollt am Rand oder Falten geschlagen. Dies hätte bei meiner Tochter, die sehr empfindsam ist, zu einer mittelschweren Katastrophe führen können, sodass ich in diesem Punkt wirklich sehr erleichtert war. 

Die großen Namensaufkleber sind optimal für alles, was nicht verschütt gehen soll. Sie kleben bombastisch, lassen sich aber rückstandslos abziehen und neu befestigen. Wir haben sie auf alles mögliche geklebt, in den Schulranzen, in das Mäppchen, auf Heft und Ordner, private Bücher, Brillenetui, und so weiter und so weiter. Sie halten auf nahezu allen Oberflächen und sehen wirklich hübsch aus. 


Unauffällig, aber unverwechselbar

Die Bügeletiketten haben mir anfangs die größten Sorgen bereitet, da ich bisher noch nie Bügeletiketten benutzt hatte. Da mein Bügeleisen und ich eh nur eine lose Beziehung haben und uns nur im Notfall zusammentun, war ich froh, dass sich die Etiketten wirklich einfach anbringen ließen. Das tolle ist, dass sie bis 60 Grad gewaschen werden können und sogar im Trockner unverändert haften. Gerade für die Sportkleidung bin ich um diese Eigenschaft besonders froh. 

Mein Fazit

Die personalisierbaren Namensaufkleber von StickerKid erfüllen meine persönlichen Anforderungen hinsichtlich Gestaltungsfreiheit, Verarbeitung und Qualität. Bei unseren Kindergartenkindern haben wir uns bewusst entschieden Aufkleber zu benutzen, die nur unseren Nachnamen tragen, da hier sowohl Schuhe als auch Vesperdosen, Flaschen, etc. manchmal bunt durchgewürfelt werden. Bei Den Schulmaterialien finde ich es wichtig den vollen Namen zu benutzen, weil es die Kinder wirklich mit Stolz erfüllt, dass ihr voller Name auf ihrem Hab und Gut prangt und gegen übergriffige Banknachbarn schützt. 

Außerdem habe ich festgestellt, dass (wer hätte das gedacht) mehr Kinder mehr Sachen verwechseln, verlieren oder irgendwo vergessen. Je älter das Kind, desto mehr Selbstständigkeit möchte es haben. Das führt allerdings auch dazu, dass Mützen bei selbständigen Spontanbesuchen bei Klassenkameraden liegen bleiben und dank der Aufkleber auch für die Eltern des Gastgeberkindes bis zu seiner Herkunft zurückverfolgt werden können. Uns wurden tatsächlich deutlich mehr beschriftete Dinge, Kleider, usw. wieder zurückgegeben als in der Zeit vor der Ausstattung mit Namensetiketten. 

Ich glaube, es lohnt sich StickerKid zu testen, um sich ein eigenes Bild zu machen. Ich bin überzeugt und biete euch hier die Möglichkeit, die Namensetiketten von StickerKid mit einem Rabatt von 10% zu testen. Lasst mich wissen, welche Erfahrungen ihr mit den Aufklebern macht. 

Um die 10 % Rabatt zu erhalten müsst ihr nur folgenden Code gibstoffmama10 beim Bestellverfahren in das betreffende Feld eintragen. Bis 31.12.2018 gilt das Angebot für euch. Seht hier:

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Viel Spaß beim Gestalten, Erhalten und Bekleben. Genießt die Feiertage und lasst euch nicht zu sehr von der buckligen Verwandtschaft stressen.

Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest. 

Liebe Grüße

Eure Tanja


Dienstag, 18. Dezember 2018

Unser Schweden-Abenteuer Teil 4


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Natur wir kommen

Endlich waren wir am Fulufjället Nationalpark angekommen und mussten ernüchtert feststellen, dass das Wetter gegen uns zu sein schien. Es war kalt und regnerisch. Dabei hatten wir uns auf ausgiebiges erkunden des Nationalparks gefreut.

Mörkret Stellplatz - Mit königlicher Anwesenheit im Toilettenhäuschen

Aber da wir stets versuchen es positiv zu sehen, waren es die Kleinigkeiten, die die zwei Tage auf dem Mörkrets Stellplatz trotz Regen und Kälte zu etwas Besonderem gemacht hatten. Durch die anhaltenden Regenfälle war das Feuer - und Grillverbot aufgehoben worden. Im Klohäuschen war noch ein Sack Brennholz, den sich mein Mann sofort unter den Nagel gerissen hat. So konnten wir das heiß ersehnte Lagerfeuer in einer der vorhandenen vorbereiteten Feuerstellen machen. Die Kinder grillten Brotscheiben, da wir kein Mehl und keine Hefe für Stockbrot dabei hatten. Ein Erlebnis, das unseren Sohn lange mit einem wohligen Erfolgserlebnis erfüllt hat.
Auf dem Platz sind außerdem zwei kleine Schutzhütten mit Tisch und zwei Bänken. Gekocht hatte mein Mann zwar im Wohnmobil, gegessen haben wir aber in der Hütte, wo es trocken und sehr gemütlich war, während direkt über uns der Regen prasselte. Die Kinder hatten den Tisch gedeckt und den Stuhl des Kleinen schon mal aufgebaut. So hatte jeder das Gefühl etwas zu dem tollen Erlebnis beigetragen zu haben.

Den Tag der Ankunft haben wir mit Umschauen, Essen zubereiten, im Regen über den Platz spazieren und Elchhaare in den Ästen, der am Ufer wachsenden Bäumen, entdecken und Feuerchen machen verbracht. Die kurzen Regenpausen boten immer wieder Möglichkeiten draußen zu spielen, sodass die Stimmung trotz der Enge im Wohnmobil gut blieb. 

*

Am nächsten Morgen machten wir uns direkt nach dem Frühstück und der Vorbereitung der Vesperdosen für die Wanderung zum Wasserfall auf dem Weg zum Besucherparkplatz des Fulufjället Nationalparks. Wir wollten uns zunächst einen Überblick über den Park und unsere Möglichkeiten verschaffen, indem wir uns im Besucherzentrum "Naturum" umschauten. Dort war alles sehr kindergerecht aufbereitet, sodass die Kinder sich vorab anschauen konnten, welche Tiere im Nationalpark leben und was es dort zu entdecken gibt. Da das Wetter sehr unstet war, haben wir uns dann aber recht zügig auf den Weg zum Wasserfall gemacht, da wir diesen unbedingt sehen wollten und unterwegs dorthin, abhängig vom Wetter, entscheiden wollten, ob wir noch eine erweiterte Wanderung machen. Dass diese Entscheidung richtig war, merkten wir kurz bevor wir den Wasserfall erreicht hatten. Es fing nämlich wieder an zu regnen.

Naturum

Der Weg zum Wasserfall war sehr schön, da es immer wieder Stationen gab, an denen man hätte ruhen und rasten können. Zudem konnte man die Veränderung der Vegetation mit steigender Höhe sehr gut erkennen. Die Baumgrenze hat unsere Kinder wieder mal total geflasht. Dass plötzlich einfach keine Bäume mehr wachsen und es nur noch kleine Büsche und Flechten gibt, faszinierte sie sehr. Gerade bei nassem Wetter ist es sehr empfehlenswert Schuhe mit gutem Profil zu tragen, da der Weg nur wenig befestigt ist, da viel Wert darauf gelegt wird, wenig in die Natur einzugreifen. 

Fulufjället Wasserfall - Ein schöner Ausflug auch bei Regen
Ab und zu waren hier und da einige Beschwerden zu hören, weil es stetig bergauf ging. Aber da ich meine Kinder gut kenne, wusste ich, dass sie spätestens beim Wasserfall begeistert sein würden und die Strapazen vergessen. Und so war es denn auch. Den letzten Steg (oder nennt man sowas Brücke???) rannten die beiden, happy das Ziel erreicht zu haben, zur Plattform, von er aus man einen wundervollen Blick auf das herabstürzende Wasser hatte. Da wir recht wasserdicht ausgestattet waren, haben wir uns entschieden, trotz des Regens, auf der Plattform zu vespern. Wie immer hatten die Kinder ihre eigenen Rucksäcke von Deuter dabei, die uns seit nunmehr 4 Jahren gute Dienste leisten, da hier immer eine Isomatte zum Draufsitzen drin ist und bisher kein Regen bis zum Vesper und dem restlichen Inhalt durchdringen konnte. Eine kleine Maus, die immer wieder auf den Steinen hervorspitzte, leistete uns Gesellschaft und holte sich ein paar kleine Stücke Obst bei den Kinder ab. 

Trotz des Regens und der Tatsache, dass Nebensaison war, war in dem Park viel los. Man sollte sich keine Illusionen machen, dass man hier allein und absolut ungestört erkunden kann. Dafür muss man schon einen der anderen Wege einschlagen, die nicht direkt zum Wasserfall führen. Wegen des stärker werdenden Regens und der Tatsache, dass unsere Kraxe von Deuter (noch) keinen zusätzlichen Regenschutz hat, haben wir uns entschieden den Weg zum Wohnmobil, mit einem zweiten Stopp im Naturum, einzuschlagen. Dort musste sich unsere große Kuscheltierfreundin unter Tränen noch für ein Kuscheltier, dass sie von ihrem Ersparten kaufte, entscheiden. Die Tränen rührten daher, dass sie einfach nicht wusste, welches dieser wirklich süßen Tiere bei ihr nun zuhause sein sollte. Am Ende ging sie mit einem breiten Lächeln und einem Fuchs, der unter ihrer Jacke vor dem Regen geschützt wurde, aus dem Naturum raus und war selig. 

Das Vespern hatten wir dann doch ins Wohnmobil verlegt, da die warme Bude uns doch mehr lockte, als eine zugige Schutzhütte. Und während um uns rum unsere triefenden Jacken trockneten, wurde mit großem Frischluft-Appetit so richtig gefuttert. 

*

Vom Fulufjället aus ging es auf direktem Wege nach Sveg, einer Zwischenstation zum Runterkommen, Erholen und Waschen. Die Kinder waren doch etwas gestresst von unserem straffen Zeitplan der letzten Tage, sodass wir ein paar Tage pausieren wollten, bevor wir weiter nach Gävle fahren würden. In Sveg gingen wird also auf einen Campingplatz, und zwar diesen hier: Svegs Camping. Der Platz ist recht klein, liegt in der Stadt, aber auch gleichzeitig wunderschön am Wasser, wo sowohl gebadet, geangelt oder Boot gefahren werden kann. Leider spielte das Wetter, trotz Sonnenschein, nicht so mit, dass wir hätten baden gehen können. Es war einfach zu kalt. 

Himmel über Sveg

Da die Kinder aber auch körperlich, nach recht vielen Tagen IM Wohnmobil, angespannt waren, gingen wir in das in Sichtweite liegende Hallenbad. Sowohl preislich als auch aus Aspekten der Familienfreundlichkeit war das Bad für uns ein Volltreffer. Es gab eine großzügige Kinderecke, eine Kletterwand über dem Schwimmerbecken und ein laaaaange Rutsche, die sicher 30-40 Mal von unserer Tochter berutscht wurde. Es war wirklich schön, das warme Wasser genießen zu können und ein bisschen Kraft für die weitere Reise tanken zu können. 

Am Abend kamen wir endlich dazu Postkarten zu schreiben und einfach zusammenzusitzen, während das Baby oben schlief. Ein seltener Moment, in dem alle total entspannt und in sich ruhend waren. Denn, seien wir mal ehrlich, so lange Zeit rund um die Uhr zusammen zu sein, ist nicht nur schön. Es ist einerseits ganz großartig endlich so viel Zeit füreinander zu haben, gleichzeitig ist es emotional sehr fordernd, keine räumliche Trennung zu haben, um seine Gedanken zu sammeln und tief durchzuatmen. Mein Mann hat sich deshalb ab und zu abends für eine halbe Stunde verabschiedet, um runter zu kommen. Denn im Gegensatz zu mir, ist er es aufgrund seine Arbeit viel weniger gewohnt so lange und so viel Zeit mit den Kinder am Stück verbringen zu können und zu müssen. Jetzt in unserem Alltag merke ich aber einen deutlichen Unterschied zu der Zeit vor der Reise, da er viel selbstverständlicher mehr Zeit für uns abknapst, weil er festgestellt hat, wie viel ihm diese gemeinsame Zeit gibt. 

*

So vergingen zwei sehr entspannte Tage und wir machten uns weiter auf den Weg. Next stop... Gävle. Auf diese Stadt war ich wirklich sehr gespannt. Neben dem Gävlebok zeichnet sich die Stadt auch durch viele besonders schöne Ecken aus und ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. 

Wir wollten die Stadt von innen erkunden und entschieden uns auf den wirklich traumhaft gelegenen Stellplatz in der Nähe des Hafens zu stellen. Dort hatten wir grade noch Glück und haben den letzten Platz ergattert. Eingehüllt in den Duft der Kaffeerösterei Gevalia gegenüber vom Stellplatz stellten wir unser Wohnmobil auf und genossen den Blick aufs Wasser. In der Touristeninformation des Gästehafens bekamen wir für die Serviceräumlichkeiten einen Code, mit dem wir die Duschen, Toiletten, Waschraum und nach Wunsch die Sauna nutzen konnten/hätten können. Da wir in der Nebensaison da waren, konnten wir komplett kostenlos Wäsche waschen und trocknen, was wir tatsächlich auf unserer Reise so oft wie möglich machten, da wir nie wussten, wann die nächste Möglichkeit käme, dies gut oder überhaupt machen zu können. 

Gästehafen in Gävle 

Da wir erst abends ankamen haben wir den Tage einfach ausklingen lassen mit leckerem Essen und einem kurzen Spaziergang an der Hafenpromenade. Am nächsten Morgen wollten wir ursprünglich ins Gefängsnimuseum, was aber, weil wir unseren Plan, wann wir in Gävle sein wollten, etwas geändert hatten, leider zu hatte. Daher entschieden wir uns in das Landesmuseum zu gehen und danach die Stadt zu erkunden. Der Eintritt war kostenlos, was angesichts des wirklich schönen Museums für uns sehr überraschend war. Neben historischen Ausstellungen, findet man dort einen Kindermuseumsbereich, in dem Kinder auch an ganz normalen Tagen selbst gestalten können, mit bereitgestellten Materialien, und sich verkleiden können oder einfach ein Buch anschauen. Außerdem befindet sich dort eine große Kunstausstellung, die sich über zwei Etagen erstreckt und sowohl klassische Kunstwerke als auch welche der Moderne zeigt.

Länsmuseum mit vielen Dingen zum Entdecken

Unsere kunstaffine Tochter genoss den Besuch dort sehr und hat sich viele Ideen für zuhause mitgenommen, was sie denn so selbst mal nachmachen könnte. Insgesamt war der Besuch dort sehr angenehm und eine tolle Abwechslung zu unserem Outdoorleben. Wir empfehlen allen Familien dort für ein oder zwei Stunden einzukehren, wenn man diese wunderschöne Stadt besucht.

Nachdem wir uns mit Proviant aus einem Coffe Shop versorgt hatten, wollten wir den großzügigen und absolut traumhaft schönen Stadtsträdgarden, in dessen Herz sich ein wirklich schön angelegter, weitläufiger Spielplatz befindet. Dort gibt es unterschiedlichste Aktivitäten, die für ganz kleine, aber auch schon große Schulkinder attraktiv sind. Unsere 0-7 Jahre alten Kinder fanden es dort richtig super. Und wir konnten mit leckerem Kaffee und jeder einer Kanelbulle in der Hand ein bisschen die Ruhe und Zeit für ein Erwachsenengespräch ohne gespitzte Kinderohren genießen.

Riesiger Spielplatz mitten in einem wunderschönen Park

Nach knapp 1,5 h Stunden im Park, ging es dann mit ziemlich müden Kindern langsam wieder Richtung Wohnmobil, wo wir noch eine ausführliche Runde Wissensquiz über Schweden (Frågespel om Sverige) spielten, das wir uns in Gekås gekauft hatten. Das Spiel hatten wir uns extra gekauft, um unsere Schwedischkenntnisse etwas zu pushen und einen größeren Einblick in die Kultur und Gesellschaft zu bekommen. Die größte Erkenntnis war, dass selbst die schwedischen Kinder ein größeres Wissen über die musikalische Historie ihres Landes haben, als ich jemals besitzen werden. Unsere Kinder, die am Anfang noch mitgespielt hatten, wollten uns dann lieber aus ihren Betten zuschauen und schliefen, bevor die erste Runde zu Ende gespielt war.

Am Tag drauf war dann das Fängelse-Museum, welches wir unbedingt sehen wollten, offen und wir machen uns recht früh auf den Weg dorthin. Das Museum ist zweigeteilt, in die ältere Phase (Mittelalter bis Anfang des 19. Jhd.) und eine jüngere Phase (bis zum letzten Gefangenen ca. 1970). Wenn ihr mit kleineren Kindern oder empfindsamen Jugendlichen kommt, solltet ihr bedenken, dass der ältere Teil für diese NICHT geeignet ist. Wir wurden von der Empfangsdame zwar vorgewarnt, dass es etwas grausamere Bilder/Ausstellungsstücke gäbe, aber das war definitiv untertrieben. Ich bin mit den Kindern nach 10 Minuten rausgegangen, da es massiv zu grausam war. Es werden Folter- und Vollstreckungsmaschinerien dargestellt. Rädern, Verbrennung, Köpfungen, etc. Zwar alles mit Miniaturfiguren, was aber der ganzen Geschichte keine weniger beängstigende Wirkung verleiht. Selbst mir sind die eine oder andere Darstellung sehr unangenehme im Gedächtnis geblieben. Daher empfehle ich bei einem Besuch mit Kindern ausschließlich den modernen Teil, in dem einzelne Gefängniszellen die Schicksalen einzelner Personen, historischen Abrisse über die Entwicklung des Gefängnisses oder Fluchtversuche informieren. Unter anderem wird die Frage aufgeworfen, inwiefer Kriminalität von den einzelnen Personen selbst beeinflusst hätte werden können oder ob dies nicht z.B. durch die erlebte Kindheit vorbestimmt war und durch Gefängnisaufenthalte endgültig zum Teil einer Persönlichkeit werden musste. Wir haben mit unseren Kindern ausführlich darüber diskutiert und mussten feststelle, dass sie eine ganz klare Meinung dazu hatten, dass Menschen grundsätzlich alle gut sind und nur durch (sie nannten es "Pech") zu Verbrechern werden.

Wenn man mit seinen Kindern dieses Museum besuchen möchte, sollte man sich schon mal darauf vorbereiten, dass sehr viele Fragen kommen und es sehr großen Diskussions- und Gesprächsbedarf geben wird im Nachhinein.

Wieder im Wohnmobil angekommen, mussten wir feststellen, dass unsere Wasserpumpe kaputt ist und wir uns wohl oder übel schnell eine neue besorgen müssen, da es sonst mit fließend Wasser schlecht aussähe. Ein großer Baumarkt Biltema in Gävle schaffte dann glücklicherweise Abhilfe, sodass wir am Abend desselben Tages bereits wieder im Wohnmobil Händewaschen und Lebensmittel verarbeiten konnten. Außerdem war ja bei unserem Aufenthalt in Mörkret eine unserer Gasflaschen leer gewesen, sodass wir auch diese auffüllen lassen mussten. Auch hier hatten wir Glück, da es nicht weit vom Baumarkt den Gas-Auffüll-Service Gasolfyllarna gab, der zu bezahlbaren Preisen die deutsche Gasflasche auffüllte. 

Das war eine weitere Etappe unserer Reise und wir hatten ab da nur gefühlt nur noch wenig Zeit in Schweden. Aber wir genossen die restlichen Stationen und waren am Ende doch etwas wehmütig. 

Bis dahin,

Hälsningar 

Tanja




Must-see

Unser Schweden-Abenteuer - Teil 5

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